Der Kölner Medienkonzern RTL hat einen umfassenden Stellenabbau und weitreichende Programmänderungen angekündigt. Insgesamt sollen 600 Arbeitsplätze wegfallen, während mehrere bekannte Sendungen aus dem Programm genommen werden. Die Maßnahmen sind Teil einer strategischen Neuausrichtung, um auf veränderte Marktbedingungen und den Wettbewerb mit Streaming-Diensten zu reagieren.
Das Wichtigste in Kürze
- RTL plant den Abbau von 600 Stellen an allen Standorten des Unternehmens.
- Die Promi-Magazine "Prominent" (VOX) und "Gala" (RTL) werden eingestellt.
- Die Marke "Exclusiv" wird zum zentralen Promi-Format ausgebaut und täglich ausgestrahlt.
- RTL und n-tv werden künftig ein gemeinsames Morgenprogramm von 6 bis 9 Uhr senden.
Umfassender Stellenabbau bei Kölner Mediengruppe
Der Medienkonzern RTL Deutschland steht vor einem tiefgreifenden Umbau. Wie das Unternehmen am Mittwoch in Köln mitteilte, werden konzernweit rund 600 der insgesamt 7.500 Arbeitsplätze gestrichen. Die Kürzungen betreffen alle Geschäftsbereiche und Standorte.
Besonders betroffen ist die Nachrichten-Sparte, in der allein 230 Stellen wegfallen sollen. Der Konzern begründet diesen Schritt mit "konjunkturellen Herausforderungen" und den tiefgreifenden Veränderungen im Mediengeschäft. Ziel sei es, sich für den intensiven Wettbewerb mit den großen US-amerikanischen Streaming-Anbietern zu stärken.
Sozialverträglicher Abbau geplant
RTL betonte, dass der Personalabbau "so sozialverträglich wie möglich" gestaltet werden soll. Mitarbeitern sollen unter anderem Abfindungsregelungen und Altersteilzeitmodelle angeboten werden, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.
Aus für zwei bekannte Promi-Magazine
Die Sparmaßnahmen haben auch direkte Auswirkungen auf das Fernsehprogramm. Zwei etablierte Formate im Bereich der Promi-Berichterstattung werden eingestellt. Eines davon ist das VOX-Magazin "Prominent", das seit 2006 sonntagabends über VIP-Themen berichtete.
Über die Jahre wurde die Sendung von bekannten Gesichtern wie Nina Bott, Nova Meierhenrich und zuletzt Laura Dahm moderiert. Für viele Zuschauer war sie ein fester Bestandteil des Wochenendes. Nach 18 Jahren verschwindet dieser Klassiker nun vom Bildschirm.
18 Jahre "Prominent"
Das VOX-Magazin "Prominent" startete im Jahr 2006 und entwickelte sich zu einer festen Größe in der deutschen TV-Landschaft. Die Einstellung markiert das Ende einer Ära in der Promi-Berichterstattung des Senders.
Ebenfalls betroffen ist die RTL-Sendung "Gala". Das Format, das seit 2022 samstags um 17:45 Uhr von Annika Lau und Janin Ullmann präsentiert wurde, wird ebenfalls aus dem Programm genommen. Die Entscheidung ist Teil einer Bündelung der Kräfte im Unterhaltungssegment.
Neuordnung im Programm: "Exclusiv" wird zur zentralen Marke
Anstatt mehrere Formate parallel zu betreiben, will RTL seine Kompetenz in der Promi-Berichterstattung künftig unter einer einzigen, starken Marke zusammenfassen. Die Wahl fiel auf das bekannte Format "Exclusiv".
Diese Marke soll massiv ausgebaut werden. Laut einer Pressemitteilung des Senders wird "Exclusiv" ab dem 17. Januar 2026 an sieben Tagen in der Woche bei RTL zu sehen sein. Damit wird die Sendung zum täglichen Ankerpunkt für alle Promi-Inhalte des Senders.
Weitere Änderungen im Morgenprogramm und bei den Nachrichten
Die Umstrukturierung betrifft auch weitere Programmbereiche. So planen RTL und der ebenfalls zur Sendergruppe gehörende Nachrichtensender n-tv eine engere Zusammenarbeit am Morgen. Künftig soll es von 6 bis 9 Uhr eine gemeinsame Sendestrecke geben. Ein genauer Starttermin für dieses neue Morgenprogramm wurde noch nicht bekannt gegeben.
Im Bereich der Nachrichten will sich der Sender stärker auf aufwändige investigative Formate konzentrieren. Als Beispiele nannte das Unternehmen die bekannten und preisgekrönten Sendungen "Team Wallraff" und "Stern Investigativ". Diese sollen das journalistische Profil des Senders in Zukunft schärfen.
Die angekündigten Maßnahmen zeigen, wie stark die deutsche Medienlandschaft im Wandel ist. Der Druck durch internationale Konkurrenz und verändertes Zuschauerverhalten zwingt etablierte Häuser wie RTL zu schwierigen, aber aus Unternehmenssicht notwendigen Entscheidungen für die Zukunft.




