Im Kölner Stadtteil Seeberg kommt ein unscheinbares, verwildertes Grundstück unter den Hammer. Der Wert der Fläche wird auf 570.000 Euro geschätzt, da es sich laut Flächennutzungsplan der Stadt Köln um potenzielles Bauland für Wohnhäuser handelt. Die Zwangsversteigerung findet am 22. April statt.
Auf den ersten Blick wirkt das Gelände wie eine vergessene Grünfläche. Doch der hohe Wert ergibt sich aus der Lage und der offiziellen Ausweisung als Wohnbaufläche, was es für Investoren und Bauherren besonders interessant macht.
Wichtige Fakten
- Ein Grundstück in Köln-Seeberg wird zwangsversteigert.
- Der offizielle Verkehrswert wurde auf 570.000 Euro festgesetzt.
- Obwohl aktuell als Freizeitfläche deklariert, ist es im Flächennutzungsplan als Wohnbaufläche ausgewiesen.
- Die Versteigerung ist für den 22. April im Amtsgericht Köln angesetzt.
Ein unscheinbares Grundstück mit hohem Potenzial
In einer ruhigen Anliegerstraße im Stadtteil Seeberg, zwischen gepflegten Einfamilienhäusern, befindet sich ein Grundstück, das aus dem Rahmen fällt. Es ist stark zugewachsen und wirkt auf den ersten Blick verwahrlost. Doch hinter dem wilden Bewuchs verbirgt sich eine wertvolle Investitionsmöglichkeit.
Das Amtsgericht Köln hat eine Zwangsversteigerung für dieses Areal angesetzt. Ein offizielles Gutachten beziffert den Verkehrswert auf exakt 570.000 Euro. Dieser hohe Preis für eine scheinbar ungenutzte Wiese wirft Fragen auf, doch die Antwort liegt in den städtischen Bebauungsplänen.
Details zur Lage und Beschaffenheit
Das Grundstück liegt an der Straße „An der Schnepp“ und könnte zukünftig die Hausnummer 15 tragen, da es sich zwischen den bestehenden Gebäuden mit den Nummern 13 und 17 befindet. Die Straße ist verkehrsberuhigt und vollständig erschlossen, was bedeutet, dass Anschlüsse für Wasser, Strom und Kanalisation in unmittelbarer Nähe verfügbar sind.
Das Areal setzt sich aus zwei Teilen zusammen: einer kleineren, als Landwirtschaftsfläche geführten Parzelle von 22 Quadratmetern und einer größeren Gebäude- und Freifläche. Das Wertgutachten geht von einem normal tragfähigen und unbelasteten Baugrund aus, eine Voraussetzung für eine problemlose Bebauung.
Was ist eine Zwangsversteigerung?
Eine Zwangsversteigerung ist ein staatlich geregeltes Verfahren, bei dem Immobilien oder Grundstücke öffentlich verkauft werden, meist weil der Eigentümer seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen konnte. Ein gerichtlich bestellter Gutachter ermittelt den Verkehrswert, der als Grundlage für das Mindestgebot dient. Solche Versteigerungen bieten Bietern die Chance, Eigentum potenziell unter Marktwert zu erwerben.
Vom Freizeitgelände zum Wohngebiet
Die entscheidende Information für potenzielle Käufer findet sich im Flächennutzungsplan der Stadt Köln. Obwohl das Gelände aktuell noch als „Sport-, Freizeit- und Erholungsfläche“ ausgewiesen ist, sieht die langfristige Planung der Stadt eine andere Nutzung vor.
Der Flächennutzungsplan, ein zentrales Instrument der Stadtplanung, klassifiziert das Gebiet als „Wohnbaufläche“. Dies bedeutet, dass die Fläche vorwiegend oder ausschließlich für den Bau von Wohnhäusern vorgesehen ist. Diese Widmung ist der Hauptgrund für den hohen Schätzwert von über einer halben Million Euro.
Für Bauherren oder Investoren eröffnet sich damit die Möglichkeit, in einem etablierten Wohnviertel neuen Wohnraum zu schaffen. Angesichts des angespannten Wohnungsmarktes in Köln sind solche Grundstücke äußerst begehrt.
Zahlen und Fakten zum Grundstück
- Standort: An der Schnepp, Köln-Seeberg
- Verkehrswert: 570.000,00 €
- Nutzung laut Plan: Wohnbaufläche
- Erschließung: Vollständig erschlossen
- Besonderheit: Unbebaut und verwildert
Ablauf der Versteigerung
Die öffentliche Versteigerung ist für einen konkreten Termin angesetzt und für jeden Interessenten zugänglich. Wer mitbieten möchte, muss sich auf das Verfahren vorbereiten.
Termin und Ort
Die Versteigerung findet am Montag, den 22. April, um 10:00 Uhr statt. Veranstaltungsort ist das Amtsgericht Köln in seiner Nebenstelle am Reichenspergerplatz 1. Interessenten sollten pünktlich erscheinen und alle notwendigen Unterlagen mitbringen.
Bieter müssen in der Regel eine Sicherheitsleistung hinterlegen, die oft 10 % des Verkehrswertes beträgt. Diese kann per Bankbürgschaft oder Vorab-Überweisung an die Gerichtskasse erfolgen. Eine Barzahlung vor Ort ist nicht möglich.
„Im Rahmen des Wertgutachtens wird unterstellt, dass es sich um normal tragfähigen und unbelasteten Baugrund handelt.“
Diese Annahme aus dem Gutachten ist eine wichtige Grundlage für die Kalkulation von Baukosten. Sollten sich später Bodenbelastungen herausstellen, könnte dies zu unvorhergesehenen Ausgaben für den neuen Eigentümer führen.
Chancen und Risiken für Käufer
Der Kauf eines Grundstücks im Rahmen einer Zwangsversteigerung bietet sowohl große Chancen als auch spezifische Risiken. Der potenziell günstige Erwerbspreis ist der größte Anreiz. Da es keinen Verkäufer im klassischen Sinne gibt, entfallen oft langwierige Verhandlungen.
Allerdings erwerben Käufer das Grundstück „wie es liegt und steht“. Eine Gewährleistung für Mängel, wie zum Beispiel Altlasten im Boden, ist ausgeschlossen. Interessenten sollten daher das Gutachten genau studieren und sich idealerweise vorab selbst ein Bild von der Lage machen.
Für den Kölner Immobilienmarkt ist diese Versteigerung ein weiteres Beispiel dafür, wie wertvoll Baugrund in der Stadt geworden ist. Selbst eine kleine, unscheinbare Wiese kann einen Wert erreichen, der dem von mehreren fertigen Wohnungen entspricht.




