In der Kölner Innenstadt hat ein neues Geschäft eröffnet, das ein interaktives Einkaufserlebnis verspricht. Auf der Hohen Straße können Kunden seit dem 6. Februar 2026 ihre eigenen Stofftiere gestalten und zusammenbauen. Das Konzept der internationalen Kette Build-A-Bear soll eine Antwort auf den Wandel im Einzelhandel und die zunehmende Digitalisierung sein.
Das Wichtigste in Kürze
- In der Kölner Innenstadt hat eine Filiale von Build-A-Bear eröffnet.
- Das Geschäft setzt auf ein interaktives Konzept, bei dem Kunden Stofftiere selbst gestalten.
- Es ist der dritte Standort in Deutschland nach Berlin und Frankfurt.
- Das Unternehmen sieht das Erlebnis-Shopping als erfolgreiche Strategie im modernen Einzelhandel.
Ein neues Konzept für die Hohe Straße
Mitten im Herzen von Köln, auf der belebten Einkaufsmeile Hohe Straße, hat ein Laden seine Türen geöffnet, der sich deutlich von klassischen Geschäften unterscheidet. Anstatt fertige Produkte aus dem Regal zu nehmen, werden die Kunden hier selbst zu Herstellern. Bei Build-A-Bear durchlaufen sie mehrere Stationen, um ein ganz persönliches Stofftier zu erschaffen.
Der Prozess beginnt mit der Auswahl einer leeren Tierhülle. Anschließend wird das Stofftier mit Füllmaterial zum Leben erweckt. Ein zentraler Bestandteil ist das Einsetzen eines kleinen Herzens, bevor die Figur zugenäht wird. Zum Abschluss können die Kunden ihr neues Plüschtier mit Kleidung und Accessoires individuell gestalten. Dieses Mitmach-Modell zielt darauf ab, den Einkauf zu einem emotionalen Erlebnis zu machen.
Was ist Build-A-Bear?
Build-A-Bear ist eine amerikanische Einzelhandelskette, die 1997 gegründet wurde. Das Unternehmen hat sich auf ein interaktives Konzept spezialisiert, bei dem Kunden – meist Kinder – ihre eigenen Stofftiere und andere Plüschfiguren herstellen können. Weltweit gibt es Hunderte von Filialen, die dieses Erlebnis anbieten.
Die Strategie hinter der Expansion nach Köln
Die Eröffnung in Köln ist Teil einer gezielten Expansionsstrategie in Deutschland. Nach erfolgreichen Starts in Berlin und Frankfurt Ende 2025 wurde die Domstadt als dritter Standort ausgewählt. Laut Unternehmensangaben wurden an den ersten beiden Standorten bereits 10.000 Bären verkauft, was die Nachfrage nach diesem Konzept bestätigt habe.
Köln wurde als „strategisch wichtiger Bereich“ identifiziert. Christof Sauck, der Deutschland-Manager des Unternehmens, erklärte die Entscheidung: „Der Erfolg in Berlin und Frankfurt hat uns gezeigt, dass eine eindeutige Nachfrage besteht.“ Die Stadt biete eine ideale Mischung aus Kaufkraft und einer passenden Familienstruktur.
„Trotz schwieriger Rahmenbedingungen im Einzelhandel sehen wir, dass unser Modell eine Lücke schließt und mit einem besonderen Fokus auf Erlebnis punktet“, so Sauck weiter.
Erlebnis-Shopping als Antwort auf den Online-Handel
Das Konzept von Build-A-Bear ist Teil eines größeren Trends im Einzelhandel. Während der traditionelle Verkauf von Waren unter dem Druck des Online-Handels steht, gewinnen erlebnisorientierte Angebote an Bedeutung. Studien des Handelsverbands Deutschland zeigen, dass der Anteil solcher Konzepte seit 2018 um fast 40 Prozent gewachsen ist.
Längere Verweildauer im Geschäft
Analysen belegen, dass Geschäfte mit interaktiven und erlebnisbasierten Konzepten die Kundenbindung stärken. Im Durchschnitt halten sich Kunden in solchen Läden bis zu 50 Prozent länger auf als in klassischen Geschäften. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit für zusätzliche Käufe und fördert eine positive Markenerinnerung.
Experten sehen darin eine Chance für den stationären Handel, sich gegenüber reinen Online-Anbietern zu behaupten. Indem sie mehr als nur Produkte anbieten, schaffen sie einen Anreiz, das Haus zu verlassen und die Innenstädte zu besuchen.
Ein Gegenpol zur digitalen Welt
Ein weiterer Grund für den Erfolg solcher Konzepte liegt im Wandel der Freizeitgestaltung. Kinder und Erwachsene verbringen immer mehr Zeit vor Bildschirmen. Dies führt laut Beobachtern zu einem wachsenden Bedürfnis nach greifbaren, sinnlichen Erlebnissen, die eine Pause von der digitalen Welt ermöglichen.
Morten Geschwendtner, ein Franchise-Partner des Unternehmens, beschreibt diesen Effekt aus der Praxis: „Wir stellen fest, dass die Kinder heute viel digitaler sind, aber in unseren Geschäften geschieht etwas Anderes. Sie sind präsent, engagiert und konzentriert.“ Die Kinder würden sich auf eine kreative, haptische Tätigkeit einlassen, die ihre volle Aufmerksamkeit fordert.
Für Geschwendtner ist dies ein klares Zeichen, dass der stationäre Handel weiterhin eine Zukunft hat, wenn er sich anpasst. Es gehe nicht mehr nur um den reinen Warenverkauf.
„Es geht um Emotionen, Gefühle und Teilnahme. Wer das erschaffen kann, kann auch Kundenfrequenz erzeugen“, betont er.
Die neue Filiale in Köln ist somit mehr als nur ein weiteres Spielwarengeschäft. Sie ist ein Beispiel dafür, wie sich der Einzelhandel neu erfinden kann, um in einer zunehmend digitalen Welt relevant zu bleiben und den Menschen einen Ort für gemeinsame, kreative Erlebnisse zu bieten.




