Die Luftqualität in Köln hat sich in den letzten Tagen spürbar verschlechtert. Ein Luftqualitätsindex (AQI) von 133 stuft die Luft aktuell als „ungesund“ ein, was insbesondere für empfindliche Personengruppen, aber auch für gesunde Menschen gesundheitliche Risiken birgt. Grund dafür ist eine hohe Konzentration von Feinstaub in den unteren Luftschichten.
Während oft angenommen wird, dass solche Schadstoffe aus weit entfernten Industriegebieten stammen, zeigen aktuelle Daten eine überraschende Wahrheit: Ein Großteil der Belastung ist hausgemacht und stammt direkt aus Deutschland.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Luft in Köln wird mit einem AQI von 133 als "ungesund" eingestuft, was zu Atembeschwerden führen kann.
- Mehr als die Hälfte (55 %) des Feinstaubs über der Stadt stammt aus deutschen Quellen.
- Hauptverursacher sind die Landwirtschaft (38 %) und private Haushalte durch Holzheizungen (19,8 %).
- Eine bevorstehende Wetteränderung mit Niederschlag soll für eine baldige Besserung der Luftqualität sorgen.
Gesundheitsrisiko für die Stadtbevölkerung
Die aktuelle Wetterlage, geprägt von einem stabilen Hochdruckgebiet, verhindert den Austausch der Luftmassen. Dadurch sammeln sich Schadstoffe wie Feinstaub in Bodennähe an. Diese winzigen Partikel, nicht größer als ein Bakterium, können tief in die Lunge eindringen und von dort in den Blutkreislauf gelangen.
Die Folgen sind spürbar: Gesunde Menschen berichten von Hustenreiz und leichten Atembeschwerden. Für Personen mit Vorerkrankungen wie Asthma oder anderen chronischen Atemwegserkrankungen stellt die Situation jedoch eine unmittelbare Gefahr dar. Experten raten, längere Aufenthalte im Freien zu meiden, um das Risiko von Atemwegsinfektionen zu minimieren.
Was bedeutet der AQI-Wert?
Der Luftqualitätsindex (Air Quality Index, AQI) ist eine Skala zur Bewertung der Luftreinheit. Ein Wert von 133 fällt in die Kategorie „ungesund“. Das bedeutet, dass die allgemeine Bevölkerung gesundheitliche Auswirkungen spüren kann und empfindliche Gruppen ernsthaftere Probleme erfahren könnten.
Die wahren Quellen der Verschmutzung
Entgegen der landläufigen Meinung, dass die Luftverschmutzung hauptsächlich aus osteuropäischen Ländern wie Polen nach Deutschland geweht wird, zeichnen die Daten des EU-Klimawandeldienstes Copernicus ein anderes Bild für Köln. Die Analyse der Satellitendaten ist eindeutig.
Über 55 Prozent der Feinstaubpartikel, die derzeit die Kölner Luft belasten, haben ihren Ursprung in Deutschland selbst. Die Untersuchung der einzelnen Sektoren liefert weitere aufschlussreiche Details über die Verursacher.
Landwirtschaft und Holzöfen als Haupttreiber
Die Auswertung von Copernicus zeigt eine klare Rangfolge der Emissionsquellen für die Region Köln:
- Landwirtschaft: Mit 38 Prozent ist sie der mit Abstand größte Verursacher von Feinstaubpartikeln.
- Private Haushalte: Sie tragen mit 19,8 Prozent erheblich zur Belastung bei.
- Straßenverkehr: Emissionen aus dem Verkehr sind im Winter ebenfalls erhöht.
Gerade in der kalten Jahreszeit steigt der Anteil, der durch private Haushalte verursacht wird, deutlich an. Viele Bürger nutzen Kamin- und Kachelöfen oder Hackschnitzelheizungen, um ihre Wohnungen zu heizen. Laut Umweltbundesamt entstehen bei der Verbrennung von Holz jedoch deutlich mehr Schadstoffe als bei anderen Heizmethoden.
Strenge Regeln für alte Kaminöfen
Um die Belastung durch Holzfeuerungen zu reduzieren, hat die Bundesregierung die Vorschriften verschärft. So müssen beispielsweise Öfen, die vor 1975 gebaut wurden, inzwischen stillgelegt oder mit speziellen Filtern nachgerüstet werden. Für neuere Modelle gelten ebenfalls strenge Grenzwerte, um den Ausstoß von Feinstaub zu begrenzen.
Besserung durch Wetterumschwung in Sicht
Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) geben Anlass zur Hoffnung. Sie prognostizieren für die kommenden Tage einen Wetterwechsel. Die stabile Hochdrucklage soll von einer dynamischeren Witterung abgelöst werden.
„Die erwarteten Niederschläge, sei es als Regen oder Schnee, werden die Schadstoffe aus der Luft waschen und die Konzentration am Boden deutlich verringern.“
Für Köln bedeutet dies konkret, dass in den nächsten Tagen mit leichtem Schneefall und Frost zu rechnen ist. Diese Wetterbedingungen werden die Luftqualität spürbar verbessern und das Atmen wieder erleichtern. Bis dahin bleibt jedoch Vorsicht geboten.




