Die Kölner Polizei hat eine öffentliche Fahndung nach zwölf Männern eingeleitet, die im Oktober 2024 einen 46-jährigen Mann in der Nähe des Hauptbahnhofs brutal angegriffen und schwer verletzt haben sollen. Der Attacke ging offenbar eine Provokation mit einem rechtsextremen Symbol voraus.
Der Vorfall ereignete sich bereits am 27. Oktober 2024, doch nun wenden sich die Ermittler mit Bildern der Tatverdächtigen an die Öffentlichkeit, um die Identität der Angreifer zu klären. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen, da ein politischer Hintergrund vermutet wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Polizei Köln fahndet öffentlich nach zwölf Tatverdächtigen.
- Ein 46-jähriger Mann wurde am 27. Oktober 2024 in der Trankgasse schwer verletzt.
- Das Opfer soll die Angreifer zuvor mit dem rechtsextremen "Wolfsgruß" provoziert haben.
- Die Tatverdächtigen hatten an einer pro-kurdischen Demonstration teilgenommen.
- Der Staatsschutz ermittelt und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung.
Was geschah am Kölner Hauptbahnhof?
Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei nahmen die zwölf gesuchten Männer am 27. Oktober 2024 gegen 13 Uhr an einer pro-kurdischen Demonstration teil, die auf dem Bahnhofsvorplatz stattfand. Zu dieser Zeit soll der 46-jährige Mann, der später zum Opfer wurde, in Richtung der Demonstranten den sogenannten "Wolfsgruß" gezeigt haben.
Diese Geste führte zu einer sofortigen Eskalation. Eine Gruppe von Demonstrationsteilnehmern löste sich aus der Versammlung und verfolgte den Mann. Die Verfolgung endete in der nahegelegenen Trankgasse, wo die Situation außer Kontrolle geriet.
Hintergrund: Der "Wolfsgruß"
Der "Wolfsgruß" (türkisch: Bozkurt işareti) ist ein Handzeichen, das als Erkennungssymbol der rechtsextremistischen türkischen "Grauen Wölfe" gilt. Die Bewegung wird in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet. Das Zeigen des Grußes wird oft als gezielte Provokation gegenüber politischen Gegnern, insbesondere kurdischen Gruppen, eingesetzt und kann zu gewalttätigen Auseinandersetzungen führen.
Ein brutaler und gemeinschaftlicher Angriff
In der Trankgasse stellten die Verfolger den 46-Jährigen und griffen ihn gemeinschaftlich an. Laut Polizeiangaben wurde das Opfer zu Boden gestoßen. Selbst als der Mann wehrlos am Boden lag, ließen die Angreifer nicht von ihm ab.
Mehrere Täter sollen brutal auf ihn eingetreten haben, wobei sie gezielt gegen seinen Kopf und Oberkörper vorgingen. Zusätzlich wurde er mit Fäusten und mitgeführten Fahnenstangen geschlagen. Der Mann erlitt bei dem Angriff schwere Verletzungen.
Details zum Angriff
- Tatort: Trankgasse, Köln-Innenstadt
- Tatzeit: 27. Oktober 2024, circa 13:00 Uhr
- Opfer: Ein 46-jähriger Mann
- Tatmittel: Fäuste, Tritte, Fahnenstangen
Öffentlichkeitsfahndung und Ermittlungen des Staatsschutzes
Aufgrund der politischen Dimension des Vorfalls hat der polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Da die bisherigen Untersuchungen nicht zur Identifizierung der Täter führten, hat die Polizei nun entschieden, mit Bildern der zwölf Tatverdächtigen an die Öffentlichkeit zu gehen.
Die Ermittler hoffen, durch die Veröffentlichung der Fahndungsfotos entscheidende Hinweise aus der Bevölkerung zu erhalten. Die Bilder zeigen die gesuchten Personen im Umfeld der Demonstration und des Tatorts.
"Wir bitten Zeugen, die Angaben zur Identität oder zum Aufenthaltsort der abgebildeten Personen machen können, sich umgehend bei uns zu melden", so ein Sprecher der Polizei Köln.
Die Polizei warnt davor, die verdächtigen Personen selbst anzusprechen. Stattdessen sollen alle Informationen direkt an die zuständigen Stellen weitergegeben werden, um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden.
So können Sie Hinweise geben
Die Kriminalpolizei hat für Hinweise eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet. Informationen werden unter der Telefonnummer 0221 229-0 entgegengenommen. Alternativ können Hinweise auch per E-Mail an [email protected] gesendet werden.
Die Ermittler betonen, dass jeder noch so kleine Hinweis von Bedeutung sein kann, um die Tatverdächtigen zu identifizieren und den genauen Tathergang zu rekonstruieren. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung.




