In Witten kam es am Mittwoch zu einem dramatischen Vorfall, als in einem fünfstöckigen Ärzte- und Geschäftshaus das zentrale Treppenhaus über mehrere Etagen einstürzte. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Die Feuerwehr musste 36 Personen, die im Gebäude eingeschlossen waren, über Drehleitern in Sicherheit bringen.
Das Gebäude ist bis auf Weiteres unbenutzbar, und die Aufräumarbeiten sowie die Ursachenforschung laufen auf Hochtouren. Während die angrenzende Straße wieder freigegeben werden konnte, bleibt das Schicksal des Hauses ungewiss.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Treppenhaus in einem fünfstöckigen Gebäude in Witten ist am Mittwoch eingestürzt.
- 36 Menschen wurden von der Feuerwehr per Drehleiter aus dem Gebäude gerettet; es gab keine Verletzten.
- Das Gebäude wurde von der Bauordnung für unbenutzbar erklärt und gesperrt.
- Die Straße vor dem Gebäude wurde nach Sicherungsarbeiten am Freitagabend wieder freigegeben.
- Ein Prüfstatiker soll nun die Einsturzursache klären und Sanierungsmöglichkeiten prüfen.
Dramatische Rettungsaktion am Mittwochmorgen
Am Mittwochvormittag ereignete sich in der Wittener Innenstadt ein Vorfall, der weitreichende Folgen hätte haben können. Ohne Vorwarnung löste sich im dritten Obergeschoss eines belebten Ärzte- und Geschäftshauses die Treppenkonstruktion und riss die darunterliegenden Treppenabschnitte bis ins Erdgeschoss mit sich. Ein lauter Knall alarmierte die Menschen in den umliegenden Praxen und Büros.
Zum Zeitpunkt des Einsturzes befand sich glücklicherweise niemand im Treppenhaus. Die schnelle Reaktion der alarmierten Feuerwehr verhinderte eine Eskalation der Lage. Einsatzkräfte stellten fest, dass der einzige Fluchtweg aus dem Gebäude versperrt war. Insgesamt 36 Personen waren in den oberen Stockwerken eingeschlossen.
Evakuierung per Drehleiter
Die Rettung der eingeschlossenen Personen gestaltete sich als komplex. Mithilfe mehrerer Drehleitern wurden Ärzte, Praxispersonal und Patienten sicher aus den Fenstern und von den Balkonen des Gebäudes evakuiert. Die Aktion verlief ruhig und professionell, sodass alle Betroffenen unversehrt blieben. Viele standen sichtlich unter dem Eindruck des Geschehenen, waren aber froh, in Sicherheit zu sein.
Einsatz im Detail
Der Einsatz von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) dauerte mehrere Stunden. Neben der Rettung der Personen mussten die Einsatzkräfte erste Maßnahmen zur Sicherung des instabilen Gebäudes und des umliegenden Bereichs ergreifen, um weitere Einstürze zu verhindern.
Gebäude gesperrt – Ursachenforschung beginnt
Unmittelbar nach Abschluss der Rettungsmaßnahmen wurde das Gebäude vom städtischen Bauordnungsamt inspiziert und für unbenutzbar erklärt. Ein Betretungsverbot wurde verhängt, das weiterhin Bestand hat. Für die zahlreichen Arztpraxen, eine Apotheke und andere Gewerbe im Haus bedeutet dies einen plötzlichen Stillstand.
Die Verantwortung für die weiteren Schritte liegt nun beim privaten Eigentümer des Gebäudes. Die Stadt Witten hat ihn aufgefordert, umgehend einen Prüfstatiker zu beauftragen. Dieser soll zwei zentrale Fragen klären:
- Was war die genaue Ursache für den Einsturz des Treppenhauses?
- Gibt es Möglichkeiten, das Gebäude zu sanieren und wieder nutzbar zu machen?
Parallel dazu haben auch die Ermittlungsbehörden ihre Arbeit aufgenommen, um zu prüfen, ob möglicherweise Fahrlässigkeit oder Baumängel eine Rolle gespielt haben.
Statische Sicherheit von Gebäuden
Der Einsturz eines zentralen Bauteils wie eines Treppenhauses ist ein seltener, aber extrem gefährlicher Vorfall. In Deutschland unterliegen Gebäude strengen Bauvorschriften und regelmäßigen Kontrollen, um die Standsicherheit zu gewährleisten. Die Ermittlungen in Witten werden sich darauf konzentrieren, ob es Anzeichen für Materialermüdung, Konstruktionsfehler oder vernachlässigte Instandhaltung gab.
Erste Entspannung für den Verkehr
Während die Zukunft des Gebäudes noch völlig offen ist, gibt es für die Anwohner und den Verkehr in der Umgebung eine erste gute Nachricht. Die Sicherungsarbeiten an der Straße vor dem Ärztehaus konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Nach umfangreichen Reinigungsarbeiten wurde der Bereich am Freitagabend wieder für den Verkehr freigegeben.
Diese Maßnahme war wichtig, um die Beeinträchtigungen für den innerstädtischen Verkehr zu minimieren. Die Absperrungen direkt am Gebäude bleiben jedoch bestehen, um die Sicherheit der Passanten zu gewährleisten.
Auswirkungen auf Patienten und Praxen
Für die im Gebäude ansässigen Arztpraxen und deren Patienten stellt die plötzliche Schließung eine große Herausforderung dar. Termine müssen abgesagt oder verlegt werden, und der Zugriff auf Patientenakten und medizinische Geräte ist vorerst nicht möglich. Die Betreiber der Praxen suchen nach Übergangslösungen, um die Versorgung ihrer Patienten so schnell wie möglich wieder sicherzustellen.
Die Stadtverwaltung und lokale Wirtschaftsverbände haben ihre Unterstützung angeboten, um den betroffenen Unternehmen bei der Suche nach alternativen Räumlichkeiten zu helfen. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie lange das Nutzungsverbot für das Gebäude andauern wird. Die Ergebnisse des statischen Gutachtens werden hierfür entscheidend sein.
„Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger hat oberste Priorität. Erst wenn ein unabhängiger Prüfstatiker die Unbedenklichkeit bescheinigt, kann über die weitere Nutzung des Gebäudes entschieden werden“, betonte ein Sprecher der Stadt Witten.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob das markante Gebäude im Herzen von Witten gerettet werden kann oder ob der strukturelle Schaden zu groß ist. Für die 36 geretteten Menschen bleibt die Erinnerung an einen Tag, an dem sie großes Glück im Unglück hatten.




