Rot-Weiß Oberhausen hat für eine große Überraschung im Niederrheinpokal gesorgt. Der Regionalligist besiegte den favorisierten Drittligisten Rot-Weiss Essen in einem spannenden Spiel vor 10.000 Zuschauern im heimischen Stadion Niederrhein mit 3:2. Held des Abends war RWO-Torhüter Kevin Kratzsch, der mit herausragenden Paraden den Sieg für sein Team sicherte.
Das Wichtigste in Kürze
- Rot-Weiß Oberhausen (Regionalliga) besiegt Rot-Weiss Essen (3. Liga) mit 3:2.
- Das Spiel fand in der 2. Runde des Niederrheinpokals vor 10.000 Zuschauern statt.
- RWO-Torwart Kevin Kratzsch zeigte eine überragende Leistung und sicherte den Sieg.
- Nach einem frühen Rückstand drehte Oberhausen das Spiel und führte zwischenzeitlich mit 3:1.
- Im Achtelfinale trifft RWO nun auf den Oberligisten VfB Homberg.
Früher Rückschlag für Oberhausen
Der Favorit aus Essen startete dominant in die Partie. Bereits in der fünften Spielminute übernahm Rot-Weiss Essen die Führung. Nach einem Einwurf konnte die Oberhausener Abwehr den Ball nicht entscheidend klären. Ahmet Arslan nutzte die Gelegenheit und traf aus 18 Metern unhaltbar zum 1:0 für die Gäste. In der Anfangsphase schien alles auf einen standesgemäßen Sieg des klassenhöheren Teams hinauszulaufen.
Die Mannschaft von RWO-Trainer Sebastian Gunkel, der vor dem Spiel von der Chance sprach, „Geschichte zu schreiben“, tat sich zunächst schwer. Die Essener kontrollierten das Mittelfeld und ließen den Gastgebern kaum Raum zur Entfaltung. Viele Angriffsversuche der Oberhausener endeten durch schnelle Ballverluste, während RWE souverän auftrat.
Ausgangslage vor dem Spiel
Die Begegnung zwischen Rot-Weiß Oberhausen und Rot-Weiss Essen ist ein traditionsreiches Revierderby. Während RWE in der 3. Liga spielt, tritt RWO in der viertklassigen Regionalliga West an. Die Favoritenrolle lag daher klar bei den Gästen aus Essen, was den Sieg für Oberhausen zu einer echten Pokalsensation macht.
RWO kämpft sich zurück in die Partie
Nach etwa 20 Minuten fand der Außenseiter besser ins Spiel. Der erste Torschuss durch Verteidiger Drew Murray in der 17. Minute war ein erstes Anzeichen dafür, dass sich RWO nicht aufgeben würde. Die „Kleeblätter“ wurden mutiger, attackierten den Gegner früher und suchten vermehrt den Weg in die Offensive. Zunächst blieben klare Torchancen jedoch aus.
Der wachsende Mut der Oberhausener wurde schließlich in der 35. Minute belohnt. Nach einem präzisen Zuspiel von Phil Sieben bewies Luca Schlax vor dem Essener Torhüter Felix Wienand Nervenstärke. Er lupfte den Ball überlegt zum 1:1-Ausgleich ins Tor. Das Stadion Niederrhein bebte und die Heimmannschaft hatte das Momentum auf ihrer Seite.
Die Wende kurz vor der Halbzeit
Kurz nach dem Ausgleich hätte Essen beinahe die erneute Führung erzielt. Doch RWO-Torwart Kevin Kratzsch verhinderte mit zwei starken Reaktionen nach einer Ecke einen weiteren Gegentreffer (39.). Die Partie war nun völlig offen, von einem Klassenunterschied war nichts mehr zu spüren. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte gelang Oberhausen dann die Sensation: Nach einem beeindruckenden 50-Meter-Pass von Drew Murray auf Eric Gueye landete der Ball bei Burinyuy Nyuydine, der aus halblinker Position zum 2:1-Halbzeitstand traf (45.+1).
Statistik zur ersten Halbzeit
- Tore: 2:1 für RWO
- Torschütze RWE: Ahmet Arslan (5.)
- Torschützen RWO: Luca Schlax (35.), Burinyuy Nyuydine (45.+1)
- Zuschauer: 10.000
Ein Traumtor und eine Zitterpartie
Wer dachte, Oberhausen würde sich in der zweiten Halbzeit auf die Verteidigung konzentrieren, wurde schnell eines Besseren belehrt. Zwar hatte Essen durch Arslan direkt nach Wiederanpfiff die große Chance zum Ausgleich, doch Kratzsch parierte erneut glänzend (47.).
Stattdessen baute RWO die Führung aus. In der 54. Minute setzte wieder Drew Murray einen Mitspieler in Szene. Sein Pass erreichte Seok-ju Hong, der den Ball technisch anspruchsvoll verarbeitete und unhaltbar mit links in den Torwinkel schoss – ein Traumtor zum 3:1 für Oberhausen. Nur zwei Minuten später verpasste Phil Sieben sogar das 4:1, als er an RWE-Keeper Wienand scheiterte (56.).
„Hoffentlich ist Samstag ein guter Tag, um Geschichte zu schreiben“, hatte RWO-Trainer Sebastian Gunkel vor der Partie gesagt. Seine Mannschaft erfüllte ihm diesen Wunsch auf beeindruckende Weise.
Die dramatische Schlussphase
Angesichts des Zwei-Tore-Vorsprungs wechselte Trainer Gunkel defensiv und brachte mit Alexander Mühling mehr Stabilität für das Mittelfeld. Essen warf nun alles nach vorne und erzeugte enormen Druck. Lange Zeit hielt die Abwehr von RWO stand, auch dank ihres überragenden Torhüters.
In der 82. Minute lenkte Kratzsch einen Schuss von Tobias Kraulich spektakulär zur Ecke. Zwei Minuten später war er jedoch machtlos, als Lucas Brumme auf 2:3 für RWE verkürzte (84.). Die letzten Minuten wurden zur Zitterpartie für die Gastgeber. Erneut war es Kratzsch, der in der 88. Minute gegen Kraulich den Ausgleich verhinderte und den Sieg festhielt.
Grenzenloser Jubel nach dem Schlusspfiff
Schiedsrichter Jonah Besong ließ sieben Minuten nachspielen, was die Spannung weiter erhöhte. Essen drängte auf das 3:3, doch Oberhausen verteidigte mit Leidenschaft und konnte sogar noch einen Konter setzen, der jedoch geklärt wurde (90.+3). Nach dem Schlusspfiff brachen bei den Spielern, dem Trainerteam und den Fans von Rot-Weiß Oberhausen alle Dämme. Der Jubel über den Einzug ins Achtelfinale des Niederrheinpokals war grenzenlos.
Spielübersicht
RWO: Kratzsch; Fassnacht (76. Ludwig), Klaß, Murray, Gueye, Schlax, Ngyombo, Halangk, Sieben (66. Mühling), Nyuydine (50. Aourir), Hong (82. Schepp).
RWE: Wienand, Arslan, Obuz (77. Aninkorah-Meisel), Brumme, Rios Alonso, Müsel (78. Safi), Moustier, Mause (61. Janssen), Bazzoli (61. Mizuta), Kraulich, Hofmann (63. Kostka).
Tore: 0:1 Arslan (5.), 1:1 Schlax (35.), 2:1 Nyuydine (45.+1), 3:1 Hong (54.), 3:2 Brumme (84.).




