Nach der 1:4-Niederlage des 1. FC Köln im DFB-Pokal gegen den FC Bayern München sorgt eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung für großen Ärger. Trainer Lukas Kwasniok fand nach dem Spiel deutliche Worte und zog einen treffenden Vergleich, um die Problematik zu verdeutlichen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der 1. FC Köln verlor in der zweiten Runde des DFB-Pokals mit 1:4 gegen Bayern München.
- Der Ausgleichstreffer zum 1:1 durch Luis Díaz fiel aus einer klaren Abseitsposition.
- Da der Videoassistent (VAR) im Pokal erst ab dem Achtelfinale eingesetzt wird, wurde die Fehlentscheidung nicht korrigiert.
- Trainer Lukas Kwasniok kritisierte die Schiedsrichter scharf und bemängelte deren Abhängigkeit von der Technik.
Spielentscheidende Szene ohne technische Hilfe
Für den 1. FC Köln war es der Wendepunkt in einem bis dahin ausgeglichenen Pokalfight. Der Ausgleichstreffer der Münchner durch Luis Díaz zum 1:1 war für viele im Stadion und an den Bildschirmen klar als Abseits zu erkennen. Der Spieler stand zum Zeitpunkt des Passes mindestens einen halben Meter in der verbotenen Zone.
Normalerweise wäre ein solcher Treffer durch den Videoassistenten (VAR) überprüft und annulliert worden. Im DFB-Pokal greift diese technische Unterstützung jedoch erst ab dem Achtelfinale. Der offizielle Grund dafür ist, dass nicht alle Stadien der unterklassigen Vereine die notwendige technische Infrastruktur bereitstellen können.
Warum der VAR fehlte
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verzichtet in den ersten beiden Runden des Pokalwettbewerbs auf den Einsatz des Videoassistenten, um die Chancengleichheit zwischen Profi- und Amateurvereinen zu wahren. Kleinere Vereine können die teure Technik oft nicht vorhalten. Diese Regelung führt jedoch in Spielen zwischen Bundesligisten immer wieder zu Diskussionen, wenn klare Fehlentscheidungen nicht korrigiert werden können.
Für den FC war diese Regelung am Dienstagabend fatal. Die Kölner hatten die Bayern bis zu diesem Zeitpunkt vor erhebliche Probleme gestellt und waren verdient in Führung gegangen. Der irreguläre Ausgleichstreffer brachte die Mannschaft aus dem Rhythmus.
Kwasnioks treffender „Navi“-Vergleich
FC-Trainer Lukas Kwasniok, der bereits während des Spiels an der Seitenlinie heftig protestierte, äußerte nach dem Schlusspfiff deutliche Kritik am Schiedsrichtergespann. Er suchte die Schuld aber nicht nur beim fehlenden VAR, sondern direkt bei den Unparteiischen auf dem Feld.
„Ich finde schon, dass er das sehen kann, wenn nicht sehen muss“, sagte Kwasniok in Richtung des Schiedsrichter-Assistenten.
Er erklärte die zunehmenden Fehlentscheidungen mit einer wachsenden Abhängigkeit von der Technik. „Wenn du immer mit Navi unterwegs bist, dann lernst du die Straßen nicht mehr“, so der Trainer. „Sie können sich sonst auf den VAR verlassen. Das beeinflusst die Entscheidungsfindung.“
Mit diesem Vergleich trifft Kwasniok einen wunden Punkt. Schiedsrichterassistenten verlassen sich im Ligaalltag darauf, dass knappe Abseitsentscheidungen im Zweifel vom VAR korrigiert werden. Fällt diese Absicherung weg, müssen sie wieder die alleinige Verantwortung tragen – eine Umstellung, die offenbar nicht immer gelingt.
Kein Einzelfall in dieser Pokalrunde
Die Partie in Köln war nicht das einzige Spiel mit einer strittigen Abseitsentscheidung. Bereits am Vortag hatte es beim Duell zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund ein Tor gegeben, das nach einer Abseitsstellung erzielt wurde. Zwei Topspiele, zwei gravierende Fehler, die mit VAR wohl verhindert worden wären.
Weitere strittige Szene blieb ungeahndet
Der Abseitstreffer war nicht die einzige umstrittene Entscheidung des Abends, die zulasten der Kölner ging. In einer weiteren Szene blieb die Pfeife von Schiedsrichter Tobias Welz stumm, als Michael Olise den Ball im eigenen Strafraum klar mit der Hand spielte. Auch hier hätte es Elfmeter für den FC geben können.
Diese Anhäufung von Fehlentscheidungen war zu viel für den Außenseiter, der an diesem Abend eine Überraschung anstrebte. „Für uns war das bitter, für die Zuschauer war es bitter, weil wir es sonst etwas wilder hätten gestalten können“, resümierte Kwasniok den Einfluss der Schiedsrichterleistung auf das Spiel.
Trotz des Ärgers zeigte sich der FC-Coach als fairer Verlierer. Er räumte ein, dass die spielerische Überlegenheit der Münchner am Ende wohl den Ausschlag gegeben hätte. „Sie hätten uns aber früher oder später eh erdrückt“, gestand er fair ein. Dennoch bleibt der bittere Beigeschmack, dass ein möglicherweise spannenderer Pokalabend durch menschliches Versagen verhindert wurde.




