Der bekannte deutsche Komiker und Autor Hape Kerkeling hat sich in die Debatte um den Eurovision Song Contest (ESC) eingeschaltet und die Teilnahme Israels an dem Musikwettbewerb entschieden verteidigt. In einem Podcast äußerte der 61-Jährige seine klare Meinung, dass Israel selbstverständlich zum ESC gehöre und eine politische Diskussion an dieser Stelle deplatziert sei.
Das Wichtigste in Kürze
- Hape Kerkeling bezeichnet die Teilnahme Israels am ESC als selbstverständlich.
- Er argumentiert, Israel sei angegriffen worden und habe sich verteidigt.
- Die Diskussion findet vor dem Hintergrund des 70. ESC in Wien statt, der von Boykottaufrufen überschattet wird.
- Mehrere Länder, darunter Spanien und Irland, nehmen aus Protest gegen das Vorgehen im Gazastreifen nicht teil.
- Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hat die Abstimmungsregeln für das Publikum geändert.
Kerkelings klare Worte zur Kontroverse
In dem Podcast „Zwischen den Zeilen“ mit Bettina Böttinger bezog Hape Kerkeling unmissverständlich Stellung. Er betonte, dass die Frage einer israelischen Teilnahme nicht auf die Tagesordnung des ESC gehöre.
„Natürlich gehört Israel dazu. Israel wurde angegriffen, das steht zweifelsfrei fest. Nicht Israel hat angegriffen, sondern Israel wurde angegriffen und hat sich zur Wehr gesetzt.“
Kerkeling räumte ein, dass man über die Verhältnismäßigkeit der militärischen Mittel streiten könne. Dennoch sei die Ausgangslage eine defensive gewesen. Mit dieser Einordnung stellt er sich gegen Kritiker, die einen Ausschluss Israels aufgrund des militärischen Vorgehens im Gazastreifen fordern.
Auslöser des Konflikts
Der aktuelle Gaza-Krieg begann nach dem Terrorangriff der islamistischen Hamas und anderer extremistischer Gruppen auf Israel am 7. Oktober 2023. Bei diesem Massaker wurden rund 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 Personen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.
Ein geteilter Wettbewerb
Die Debatte um die Teilnahme Israels wirft einen langen Schatten auf den bevorstehenden 70. Eurovision Song Contest, der in Wien stattfinden wird. Die politische Lage im Nahen Osten spaltet die europäische Musikgemeinschaft und hat bereits zu konkreten Konsequenzen geführt.
Mehrere nationale Rundfunkanstalten haben ihre Teilnahme für dieses Jahr abgesagt. Spanien, Irland, Island, die Niederlande und Slowenien werden aus Protest gegen die israelische Militäroperation im Gazastreifen keine Künstler nach Wien entsenden. Dieser Boykott ist einer der größten in der jüngeren Geschichte des Wettbewerbs und verdeutlicht die tiefen Gräben, die der Konflikt auch in der Kulturwelt verursacht.
Rückblick und neue Regeln der EBU
Die politische Aufladung des Wettbewerbs ist kein neues Phänomen. Kerkeling verwies in seinen Ausführungen auf den ESC 2025. Damals hätte Israel den Wettbewerb gewonnen, wenn ausschließlich die Stimmen des Publikums gezählt hätten. Das Televoting sah Israel auf Platz eins, während die nationalen Jurys das Land deutlich schlechter bewerteten.
Dieses Ergebnis führte zu Diskussionen. Kritiker äußerten den Verdacht, dass die Publikumsstimmen manipuliert worden sein könnten, um ein politisches Statement zu setzen. Obwohl keine Beweise für eine großangelegte Manipulation vorgelegt wurden, hat die Kontroverse Spuren hinterlassen.
Anpassung des Votings
Als Reaktion auf die wachsenden Spannungen und die Debatten um mögliche Beeinflussungen hat die Europäische Rundfunkunion (EBU) die Abstimmungsregeln für den diesjährigen Wettbewerb in Wien angepasst. Die maximale Anzahl der Stimmen, die eine einzelne Person per Televoting abgeben kann, soll stärker begrenzt werden. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Fairness des Wettbewerbs zu sichern und politische Kampagnen zu erschweren.
Der ESC als politische Bühne
Obwohl der Eurovision Song Contest offiziell ein unpolitisches Ereignis sein soll, das die Völkerverständigung durch Musik fördern will, wird er immer wieder zum Schauplatz politischer Auseinandersetzungen. Die Teilnahme Israels, aber auch anderer Länder mit komplexen politischen Lagen wie Aserbaidschan oder die Ukraine, sorgt regelmäßig für Debatten.
Kerkelings Äußerungen fügen der aktuellen Diskussion eine prominente deutsche Stimme hinzu. Seine Argumentation, die zwischen dem Auslöser des Konflikts und der Reaktion darauf unterscheidet, spiegelt eine Position wider, die in der öffentlichen Debatte häufig zu finden ist. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie die Veranstalter in Wien und die teilnehmenden Künstler mit dem wachsenden politischen Druck umgehen werden.




