Die Rhetorik aus Moskau verschärft sich zusehends. In den staatlich kontrollierten russischen Medien werden Drohungen gegen westliche Staaten, insbesondere gegen Deutschland, immer lauter. Führende Politiker und Propagandisten sprechen offen von militärischen Schlägen und der Zerstörung europäischer Hauptstädte.
Diese verbale Eskalation findet vor dem Hintergrund des andauernden Krieges in der Ukraine statt. Analysten sehen darin den Versuch, die westliche Unterstützung für Kiew zu untergraben und die eigene Bevölkerung auf einen langen Konflikt einzustimmen. Die Äußerungen reichen von der Forderung nach der vollständigen Auslöschung der Ukraine bis hin zu direkten Angriffsdrohungen gegen Berlin.
Wichtige Erkenntnisse
- Führende russische Persönlichkeiten äußern zunehmend aggressive Drohungen gegen den Westen.
- Deutschland und insbesondere Berlin werden wiederholt als Ziele genannt.
- Die Rhetorik umfasst Forderungen nach der „Liquidierung“ der Ukraine und Androhungen eines Dritten Weltkriegs.
- Diese Propaganda dient wahrscheinlich dazu, die innenpolitische Unterstützung für den Krieg zu festigen und westliche Gesellschaften einzuschüchtern.
Die Stimmen der Eskalation
Eine der prominentesten Figuren in der russischen Medienlandschaft ist der Fernsehmoderator Wladimir Solowjow, der oft als „Putins Stimme“ bezeichnet wird. In seinen Sendungen werden regelmäßig extreme Positionen vertreten. Kürzlich sorgte er mit einer direkten Drohung gegen die deutsche Hauptstadt für Aufsehen.
Er erklärte unmissverständlich, dass Russland Berlin erneut zerstören werde. Solche Aussagen sind kein Einzelfall, sondern Teil einer gezielten Kampagne, die Deutschland als Feindbild darstellt und historische Narrative aus dem Zweiten Weltkrieg instrumentalisiert, um die aktuelle Aggression zu rechtfertigen.
Propaganda im Staatsfernsehen
Das russische Staatsfernsehen ist ein zentrales Instrument des Kremls zur Verbreitung seiner politischen Agenda. Sendungen wie die von Wladimir Solowjow erreichen ein Millionenpublikum und prägen die öffentliche Meinung. Kritische Stimmen sind aus dem Programm verbannt, stattdessen wird ein geschlossenes Weltbild vermittelt, das den Westen als aggressiv und Russland als verteidigende Macht darstellt.
Forderung nach „vollständiger Liquidierung“
Noch weiter gehen die Forderungen des Duma-Abgeordneten Anatoli Wasserman. Der Hardliner, bekannt für seine radikalen Ansichten, sprach sich für die „vollständige Liquidierung“ der Ukraine als Staat aus. Diese Wortwahl, die an die dunkelsten Kapitel der Geschichte erinnert, verdeutlicht die genozidale Absicht, die hinter Teilen der russischen Kriegsführung steht.
Solche Äußerungen zielen darauf ab, der ukrainischen Nation ihre Existenzberechtigung abzusprechen und den Krieg als einen Kampf um das Überleben Russlands darzustellen. Sie dienen dazu, jegliche Kompromissbereitschaft im Keim zu ersticken und die russische Bevölkerung auf einen totalen Krieg einzuschwören.
Drohungen mit dem Dritten Weltkrieg
Auch aus der offiziellen Politik kommen immer schärfere Töne. Leonid Sluzki, ein Vertrauter Wladimir Putins und Vorsitzender der ultranationalistischen Partei LDPR, reagierte wütend auf den Ukraine-Friedensgipfel in der Schweiz. Er bezeichnete das Treffen als bedeutungslos und drohte unverhohlen mit einem Dritten Weltkrieg, sollte der Westen seine Unterstützung für die Ukraine fortsetzen.
Diese Drohungen mit einer globalen Eskalation sind ein wiederkehrendes Muster in der russischen Rhetorik. Sie sollen Angst im Westen schüren und die Entschlossenheit der NATO-Staaten auf die Probe stellen. Gleichzeitig spiegeln sie die Frustration Moskaus über den bisherigen Kriegsverlauf und die anhaltende westliche Solidarität mit Kiew wider.
Die Rolle der Desinformation
Neben offenen Drohungen setzt der Kreml auch gezielt auf Desinformation. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa, wurde wiederholt dabei überführt, falsche Behauptungen zu verbreiten. Oft werden angebliche Beweisfotos präsentiert, die sich bei genauerer Prüfung als Fälschungen oder aus dem Kontext gerissen herausstellen. Ziel ist es, Verwirrung zu stiften und die Glaubwürdigkeit westlicher Medien und Regierungen zu untergraben.
Verachtung und innere Widersprüche
Wladimir Putin selbst trägt zur verbalen Eskalation bei. In einer Rede bezeichnete er europäische Politiker als „europäische Schweine“. Diese herabwürdigende Sprache zeigt die tiefe Verachtung, die der Kreml-Chef für die demokratischen Werte und Institutionen Europas hegt.
Gleichzeitig offenbaren sich Risse in der Fassade der russischen Kriegsmaschinerie. Berichte deuten darauf hin, dass sogenannte „Kriegshelden“ nach ihrer Rückkehr von der Front von der Regierung im Stich gelassen werden. Versprochene Leistungen und Anerkennung bleiben oft aus, was zu Unmut unter Veteranen und ihren Familien führt. Dieser Verrat an den eigenen Soldaten steht im krassen Gegensatz zur heldenhaften Darstellung des Krieges in den Staatsmedien.
„Wieder einmal werden wir Berlin zerstören.“ - Wladimir Solowjow, russischer Fernsehmoderator
Militärische Pläne und Realitäten
Im russischen Fernsehen werden mitunter auch konkrete militärische Angriffspläne diskutiert. Der Militärexperte Michail Chodarenok enthüllte beispielsweise einen Plan für einen massiven Bombenangriff auf die Ukraine während der Weihnachtsfeiertage. Die perfide Absicht, gezielt zivile Ziele an einem hohen Feiertag anzugreifen, wurde offen besprochen.
Trotz der martialischen Rhetorik erleidet Russland jedoch auch empfindliche Verluste. Berichte über die Zerstörung von Tankern der russischen Schattenflotte, die zur Umgehung von Sanktionen eingesetzt wird, sowie der Tod hochrangiger Generäle an der Front zeigen die Verwundbarkeit des russischen Militärs. Der Krieg ist für Moskau weitaus kostspieliger als öffentlich zugegeben wird, sowohl in Bezug auf Material als auch auf Menschenleben.
Die aggressive Rhetorik aus Moskau ist somit ein vielschichtiges Phänomen. Sie ist ein Instrument der psychologischen Kriegsführung gegen den Westen, ein Mittel zur Mobilisierung der eigenen Bevölkerung und zugleich ein Ausdruck der Frustration über die ausbleibenden militärischen Erfolge in der Ukraine. Für Deutschland und seine Verbündeten bedeutet dies, wachsam zu bleiben und sich auf eine langfristige Auseinandersetzung mit einem zunehmend feindseligen Russland einzustellen.




