Nach jahrelangen Verzögerungen und einer massiven Kostensteigerung gibt es einen neuen Zeitplan für die Kölner Oper. Oberbürgermeister Torsten Burmester hat September 2026 als Eröffnungstermin bestätigt und zieht einen ambitionierten Vergleich zur Hamburger Elbphilharmonie. Die Sanierungskosten sind mittlerweile auf fast 800 Millionen Euro angestiegen.
Die Sanierung des historischen Gebäudeensembles am Offenbachplatz ist eines der umstrittensten Bauprojekte der Stadt. Ursprünglich sollte die Wiedereröffnung bereits 2015 gefeiert werden. Nun, mehr als ein Jahrzehnt später, soll das Kulturdenkmal endlich wieder seine Türen für das Publikum öffnen.
Die wichtigsten Fakten
- Neuer Eröffnungstermin: Die Kölner Oper soll im September 2026 wiedereröffnet werden.
- Kostenexplosion: Die Baukosten sind von ursprünglich 250 Millionen Euro auf aktuell 798 Millionen Euro gestiegen.
- Ambitionierte Vision: Der Oberbürgermeister vergleicht die zukünftige Strahlkraft der Oper mit der der Hamburger Elbphilharmonie.
- Zukunftskonzept: Nach der Eröffnung soll die Oper ein offenes Haus für alle Bürgerinnen und Bürger Kölns werden.
Neuer Termin nach langer Wartezeit
Kölns neuer Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) hat bekräftigt, dass die lange Sanierungsphase der städtischen Bühnen ein Ende finden soll. September 2026 ist nun als fester Eröffnungstermin anvisiert. Dies wäre elf Jahre nach dem ursprünglich geplanten Datum.
Burmester äußerte sich optimistisch über die Zukunft des Hauses und zog einen prominenten Vergleich, um die Bedeutung des Projekts zu unterstreichen.
„Die Hamburger Elbphilharmonie war anfangs auch umstritten, heute ist sie eine der großen Attraktionen der Stadt. Die Kölner Oper wird eine vergleichbare Strahlkraft entwickeln.“
Diese Aussage setzt hohe Erwartungen an das sanierte Haus. Es soll nicht nur ein Ort für klassische Kultur sein, sondern ein Anziehungspunkt mit überregionaler Bedeutung werden, der die Stadt prägt.
Eine Sanierung mit schweren Lasten
Die Geschichte der Opern-Sanierung ist von erheblichen Schwierigkeiten geprägt. Der Startschuss für die Arbeiten am denkmalgeschützten Ensemble fiel bereits im Jahr 2012. Doch schon bald zeigten sich massive Probleme in der Planung und Umsetzung, die zu wiederholten Verschiebungen des Eröffnungstermins führten.
Kosten außer Kontrolle
Die finanzielle Entwicklung des Projekts ist dramatisch. Die ursprünglich veranschlagten Kosten haben sich mehr als verdreifacht:
- Ursprüngliche Planung: 250 Millionen Euro
- Aktueller Stand: 798 Millionen Euro
Diese Steigerung von über 500 Millionen Euro hat das Projekt zu einem der teuersten kommunalen Bauvorhaben in Deutschland gemacht.
Oberbürgermeister Burmester räumte ein, dass das Projekt einen „schweren Rucksack zu tragen“ habe. Er führte die massiven Verzögerungen und die Kostenexplosion vor allem auf Managementprobleme in der Vergangenheit zurück. Dennoch verteidigte er die Grundsatzentscheidung, das historische Gebäude zu erhalten.
Festhalten am historischen Erbe
Ein Abriss oder ein kompletter Baustopp sei zu keinem Zeitpunkt eine wirkliche Alternative gewesen, betonte der Oberbürgermeister. Das Ensemble, bestehend aus dem Opernhaus von 1957 und dem Schauspielhaus von 1962, gilt als bedeutendes Werk des Architekten Wilhelm Riphahn.
Architektonisches Juwel der Nachkriegszeit
Die Gebäude von Wilhelm Riphahn (1889-1963) sind wichtige Zeugnisse der deutschen Nachkriegsmoderne. Der Erhalt dieser architektonischen Identität war ein zentrales Argument für die aufwendige Sanierung anstelle eines Neubaus an anderer Stelle.
Trotz der Schwierigkeiten sei die Entscheidung, am Standort festzuhalten, richtig gewesen, um das kulturelle Erbe der Stadt zu bewahren. Nun liege der Fokus darauf, das Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.
Vision: Eine Oper für alle Kölner
Nach der Wiedereröffnung soll sich das Image der Oper grundlegend wandeln. Burmester betonte, dass sie kein elitärer Ort mehr sein dürfe. Stattdessen soll sie sich für alle Bevölkerungsgruppen öffnen und ein breites Publikum ansprechen.
Geplant ist ein vielfältiges Eröffnungsprogramm, das sich ausdrücklich an alle Kölnerinnen und Kölner richtet. Neue Formate sollen auch Menschen ansprechen, die bisher keinen Zugang zur Welt der Oper gefunden haben. Die Öffnung soll sich auch räumlich zeigen, mit Veranstaltungen, die über das eigentliche Opernhaus hinaus in die Stadt wirken.
Der Oberbürgermeister sieht die Institution in einer besonderen Verantwortung. „Die Oper habe nach den Belastungen für die Stadt eine besondere Verpflichtung“, so Burmester. Sie müsse künftig durch drei wesentliche Merkmale überzeugen:
- Hohe künstlerische Qualität
- Gelebte Offenheit gegenüber der Stadtgesellschaft
- Internationale Beachtung und Anerkennung
Der Abschluss der Bauarbeiten bis zum angekündigten Termin im Herbst 2026 sei aus Sicht der Stadtverwaltung realistisch. Die kommenden zwei Jahre werden zeigen, ob dieses langwierige Kapitel der Kölner Stadtgeschichte endlich zu einem positiven Ende geführt werden kann.




