In Köln-Godorf wächst der Unmut der Anwohner. Ein regelmäßig stattfindender Flohmarkt auf den Parkplätzen von Ikea und Metro führt an den Wochenenden zu einem massiven Verkehrs- und Parkchaos. Zugeparkte Einfahrten, Müll und Lärm belasten die Anwohner so sehr, dass sie nun mit einer Petition und einer Bürgerversammlung zum Handeln aufrufen.
Das Wichtigste in Kürze
- Anwohner in Godorf leiden unter Parkchaos, Lärm und Müll durch einen großen Flohmarkt.
- Die Situation hat sich verschärft, seit die Veranstaltung alle 14 Tage stattfindet.
- Eine Online-Petition hat bereits über 300 Unterschriften gesammelt.
- Am 3. Februar findet eine Bürgerversammlung statt, um Lösungen zu diskutieren.
Jedes Wochenende der gleiche Ärger
Für die Menschen in Köln-Godorf ist das Wochenende oft keine Zeit der Erholung mehr. Wenn der große Flohmarkt seine Tore öffnet, beginnt für sie ein wiederkehrendes Ärgernis. Tausende Besucher strömen in den Stadtteil, viele davon mit auswärtigen Kennzeichen, und die Suche nach einem kostenlosen Parkplatz führt zu chaotischen Zuständen.
Anwohner berichten von blockierten Garagenzufahrten, auf Gehwegen und sogar auf Grünflächen abgestellten Fahrzeugen. Die Straßen sind so verstopft, dass selbst Rettungsdienste im Notfall Schwierigkeiten hätten, durchzukommen.
Das Problem mit dem Parkhaus
Obwohl auf dem Ikea-Gelände ein Parkhaus zur Verfügung steht, wird dieses von den Flohmarktbesuchern kaum genutzt. Der Grund: Das Parken kostet dort am Sonntag fünf Euro – eine Gebühr, die offenbar viele scheuen und stattdessen lieber die umliegenden Wohngebiete zuparken.
Ein Problem, das immer größer wird
Die Situation hat sich spürbar verschlechtert, seitdem ein ähnlicher Flohmarkt in Porz auf dem Gelände des Autokinos nicht mehr stattfindet. Seitdem wird der Markt in Godorf nicht mehr nur einmal im Monat, sondern alle zwei Wochen im Wechsel auf den Parkflächen von Ikea und Metro veranstaltet. Dieser Rhythmus hat den Druck auf das Viertel massiv erhöht.
Mirko Hertel von der örtlichen Interessengemeinschaft „Goding“ beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Er ist einer der Organisatoren der geplanten Bürgerversammlung und will alle Beteiligten an einen Tisch bringen. „Es fehlt an einem durchdachten Parkraumkonzept“, erklärt er. Die Belastung für die Anwohner sei nicht mehr tragbar.
„Die Polizei kommt oft ohne Sondersignal nicht mehr durch die Straßen. Das ist eine absolute Katastrophe.“
Müllberge und Lärmbelästigung
Neben dem Verkehrschaos sind es vor allem der Müll und der Lärm, die den Anwohnern zu schaffen machen. Nach jedem Markttag bleiben Abfälle auf den Straßen und in den Vorgärten zurück. Ein besonderes Ärgernis sind die zahlreichen Einkaufswagen, die Besucher zum Transport ihrer Einkäufe nutzen und anschließend im gesamten Wohngebiet stehen lassen.
Hertel berichtet, dass er bei seinen Rundgängen regelmäßig mehr als ein Dutzend verwaister Einkaufswagen einsammelt. Die Lärmbelastung durch den ständigen Autoverkehr an den Wochenenden trägt zusätzlich zur Frustration bei.
Was ist ein Trödelmarkt?
Mirko Hertel stellt zudem infrage, ob es sich bei der Veranstaltung überhaupt noch um einen klassischen Trödelmarkt handelt. Seiner Einschätzung nach bestehen die Stände zu etwa 70 Prozent aus Neuware und nur zu 30 Prozent aus echten Trödel- und Gebrauchtwaren. Dies zieht ein anderes Publikum an und verstärkt den kommerziellen Charakter der Veranstaltung.
Anwohner organisieren sich und fordern Lösungen
Der Unmut hat sich mittlerweile in konkreten Aktionen manifestiert. Eine Anwohnerin der Buchfinkenstraße hat eine Online-Petition auf der Plattform Change.org gestartet. „Wir standen schon oft vor zugeparkten Einfahrten und unzähligen Strafzetteln, nur weil wir unser Auto an unserem Wohnort parken wollten. Die Lage ist untragbar geworden“, schreibt die Initiatorin.
Die Petition, die bereits mehr als 300 Menschen unterzeichnet haben, soll bei der bevorstehenden Bürgerversammlung an die Bezirksbürgermeisterin Sabine Müller übergeben werden.
Bürgerversammlung soll Auswege aufzeigen
Am Dienstag, den 3. Februar, um 18 Uhr soll in der Johannes-Gutenberg-Realschule eine öffentliche Bürgerversammlung stattfinden. Eingeladen sind nicht nur betroffene Anwohner und Politiker, sondern auch die Gewerbetreibenden aus der Umgebung sowie der Flohmarktveranstalter Melan selbst. Ziel ist es, konstruktiv über mögliche Lösungen zu beraten.
Folgende Lösungsansätze stehen im Raum:
- Temporäre Anwohnerparkausweise: Um den Parkraum für Anwohner zu sichern.
- Straßensperrungen: Die Sperrung des Godorfer Kirchwegs während der Veranstaltungen wird diskutiert.
- Ein schlüssiges Parkraumkonzept: Der Veranstalter wird aufgefordert, eine Lösung für den Besucherparkverkehr zu erarbeiten.
Die Anwohner hoffen, dass der Dialog zu einer dauerhaften Verbesserung führt, damit die Wochenenden in Godorf wieder lebenswert werden.




