Am Landgericht Köln hat der Prozess gegen drei junge Männer begonnen, denen die gemeinschaftliche Vergewaltigung einer Frau vorgeworfen wird. Die Anklage beschreibt einen Vorfall, der nach einer Begegnung auf den Kölner Ringen in einem Hotelzimmer eskaliert sein soll.
Die Angeklagten Jesse K. (25), Sandro M. (24) und Orlando K. (20) müssen sich seit Dienstag vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, die Tat gemeinschaftlich geplant und ausgeführt zu haben.
Das Wichtigste in Kürze
- Drei Männer im Alter von 20, 24 und 25 Jahren stehen in Köln vor Gericht.
- Der Vorwurf lautet auf gemeinschaftliche Vergewaltigung.
- Die Tat soll sich am 16. März 2024 in einem Hotelzimmer ereignet haben.
- Zwei Angeklagte schwiegen zum Prozessauftakt, einer bestreitet den Vorwurf.
Beginn des Verfahrens am Landgericht Köln
Mit ernsten Mienen betraten die drei Angeklagten am Dienstag den Gerichtssaal. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen ein schweres Verbrechen vor. Laut Anklageschrift soll Jesse K. das spätere Opfer in den frühen Morgenstunden des 16. März 2024 auf der Partymeile Kölner Ringe kennengelernt haben.
Was als harmloser Flirt begann, endete laut den Ermittlern in einem Albtraum für die junge Frau. Sie soll freiwillig mit Jesse K. in ein Hotel gegangen sein, ohne zu ahnen, dass dort bereits seine beiden Freunde warteten.
Der Tatvorwurf im Detail
Die Staatsanwaltschaft geht von einem geplanten Vorgehen aus. Jesse K. soll sich demnach mit Orlando K. und Sandro M. abgesprochen haben. Diese hätten sich heimlich Zugang zum Hotelzimmer verschafft und dort auf die Ankunft von Jesse K. und der Frau gewartet.
Die Ereignisse im Hotelzimmer
Im Hotelzimmer soll die Situation dann eskaliert sein. Die Anklage beschreibt, wie Sandro M. sich der Frau von hinten genähert und sie vergewaltigt haben soll, während sie glaubte, es sei Jesse K. im Bett. Unmittelbar danach soll Orlando K. versucht haben, die Frau zu Oralverkehr zu zwingen.
Erst nach diesen Übergriffen gelang es der Frau laut Anklage, aus dem Zimmer zu fliehen und Hilfe zu suchen. Die geschilderten Details zeichnen das Bild einer perfiden Falle, in die das Opfer geraten sein soll.
Rechtliche Einordnung
Bei einer gemeinschaftlichen Vergewaltigung nach § 177 Abs. 6 Nr. 1 des Strafgesetzbuches (StGB) droht den Tätern eine Freiheitsstrafe von nicht unter fünf Jahren. Voraussetzung ist, dass die Tat von mehreren Personen gemeinschaftlich begangen wird.
Aussagen der Angeklagten zum Prozessauftakt
Der erste Verhandlungstag war von unterschiedlichen Prozessstrategien geprägt. Während Jesse K. und Sandro M. von ihrem Schweigerecht Gebrauch machten und keine Angaben zur Sache machten, äußerte sich Orlando K. über seinen Verteidiger.
Sein Anwalt verlas eine Erklärung, in der Orlando K. den Vorwurf zurückwies. Der sexuelle Kontakt zwischen ihm und der Frau sei einvernehmlich gewesen. Diese Darstellung steht im krassen Widerspruch zur Anklageschrift und der Aussage des Opfers.
„Meine Mandantin leidet bis heute unter dem, was damals passiert ist. Für sie ist der heutige Tag extrem belastend.“
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Die Perspektive des Opfers
Die junge Frau tritt in dem Verfahren als Nebenklägerin auf und wird von der Rechtsanwältin Natalia Chakroun vertreten. Sie schilderte am Rande des Prozesses die schweren psychischen Folgen, unter denen ihre Mandantin bis heute leidet. Der Prozessbeginn sei für sie eine enorme Belastung.
Die Aussage des Opfers wird im weiteren Verlauf des Verfahrens eine zentrale Rolle spielen. Sie muss die traumatischen Ereignisse vor Gericht erneut schildern, was für Betroffene sexueller Gewalt oft eine große Herausforderung darstellt.
Wie es weitergeht
Der Prozess ist auf mehrere Verhandlungstage angesetzt. In den kommenden Wochen werden weitere Zeugen gehört und mögliche Beweismittel wie Chatverläufe oder Videoaufnahmen geprüft. Das Gericht wird die unterschiedlichen Darstellungen bewerten und am Ende ein Urteil fällen müssen.
Die Öffentlichkeit verfolgt den Fall mit großer Aufmerksamkeit, da er erneut die Themen Sicherheit im Nachtleben und sexuelle Gewalt in den Fokus rückt. Das Urteil wird mit Spannung erwartet.




