Der Schlagerstar Wolfgang Petry, den viele fälschlicherweise mit dem Ruhrgebiet in Verbindung bringen, hat eine neue Single veröffentlicht, die seine wahren Wurzeln offenbart. Der Song mit dem Titel „Mr bruche keiner“ ist vollständig in Kölscher Mundart verfasst – eine Hommage an seine Geburtsstadt Köln.
Die Veröffentlichung, eine nachdenkliche Pop-Rock-Ballade, kommt für viele Fans überraschend. Sie zeigt eine andere Seite des Musikers, der mit Hits wie „Wahnsinn“ berühmt wurde und als einer der erfolgreichsten deutschen Künstler gilt.
Das Wichtigste in Kürze
- Schlager-Ikone Wolfgang Petry hat seine erste Eigenkomposition auf Kölsch mit dem Titel „Mr bruche keiner“ veröffentlicht.
- Obwohl oft mit dem Ruhrpott assoziiert, ist Petry gebürtiger Kölner.
- Der Musiker erklärt, Kölsch sei seine „Muttersprache“, in der er sein Leben lang denke.
- Das Lied ist keine Karnevalsmusik, sondern eine Ballade mit einer Botschaft über Eigeninitiative und Großzügigkeit.
Ein Bekenntnis zur Heimatstadt
Wolfgang Petry, bürgerlich Franz Hubert Wolfgang Remling, ist eine feste Größe in der deutschen Musiklandschaft. Songs wie „Ihr seid das Ruhrgebiet“ haben sein Image als „Kumpelrocker“ geprägt und seine Herkunft für viele Hörer geografisch im Westen Deutschlands, aber eben nicht in Köln, verortet. Doch die Realität sieht anders aus.
„Köln ist einfach meine Heimatstadt“, lässt der 74-jährige Künstler über seine Plattenfirma Sony Music mitteilen. Diese tiefe Verbundenheit war der Öffentlichkeit bisher kaum in diesem Ausmaß bekannt. Die neue Single „Mr bruche keiner“ (auf Hochdeutsch: „Wir brauchen keinen“) ist daher mehr als nur ein musikalisches Experiment; es ist ein persönliches Statement.
Petrys Karriere begann nicht in einer Zeche in Dortmund oder Duisburg, sondern in einer Diskothek in Rösrath, einer Stadt unweit von Köln. Hier legte er den Grundstein für einen beispiellosen Erfolg, der ihn zu einem der meistverkauften Musiker des Landes machen sollte.
Vom Rhein an die Spitze der Charts
Wolfgang Petrys Karriere ist eine der eindrucksvollsten in der deutschen Schlagergeschichte. Seit den 1970er Jahren hat er mit seiner Musik Millionen von Menschen erreicht. Seine Markenzeichen waren lange Zeit die Freundschaftsbänder am Arm, sein Schnurrbart und seine lockige Mähne. Obwohl er sich 2006 von der Bühne zurückzog, ist seine Musik bis heute präsent.
Die kölsche Seele des „Wolle“
Die Entscheidung, ein Lied in seiner Muttersprache zu singen, scheint für den Künstler selbst nur folgerichtig zu sein. Er enthüllt einen Aspekt seines Lebens, der bisher im Verborgenen lag und seine hochdeutschen Texte in einem neuen Licht erscheinen lässt.
„Ich denke schon mein ganzes Leben auf Kölsch und muss mir ständig alles übersetzen. Hier darf ich Wolli sein. So wie ich bin.“
Diese Aussage verdeutlicht die innere Zerrissenheit, die ein Leben zwischen Dialekt und Hochsprache mit sich bringen kann. Für Petry ist das Singen auf Kölsch eine Befreiung und eine Rückkehr zu sich selbst. In Köln, so sagt er, fühle er sich zuhause und könne authentisch sein. Viele seiner Freundschaften aus der Jugendzeit in der Domstadt bestehen bis heute.
Mehr als nur Karnevalsmusik
Obwohl die Single passend zur Hochphase des Kölner Karnevals erscheint, handelt es sich bei „Mr bruche keiner“ nicht um einen klassischen Schunkelsong. Das Lied ist eine nachdenkliche Ballade mit einer klaren Botschaft.
„Man kann so viele Sachen selbst erledigen, doch meistens hat man zu viel Angst davor oder ist zu bequem“, erklärt Petry den Hintergrund des Textes. Es ist ein Appell an die Eigenverantwortung und den Mut, Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Gleichzeitig betont er die Bedeutung des Gebens: „Gerne zu geben - das ist gut fürs Herz.“
Petry in Zahlen
- Verkaufte Einheiten: knapp 20 Millionen
- Studioalben: 27
- Bekannteste Hits: „Wahnsinn“, „Verlieben, verloren, vergessen, verzeih'n“, „Bronze, Silber und Gold“
- Karrierebeginn: 1970er Jahre
Kein kompletter Neuanfang
Für aufmerksame Beobachter seiner Karriere ist der Ausflug in die kölsche Mundart keine völlige Überraschung. Petry hat sich in der Vergangenheit bereits an das kölsche Liedgut herangewagt. So interpretierte er bereits bekannte Klassiker wie „Mer losse d'r Dom en Kölle“ und die Hymne „Hey Kölle - do bes e Jeföhl“.
Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass „Mr bruche keiner“ seine erste Eigenkomposition in diesem Dialekt ist. Hier singt er nicht nur Kölsch, er denkt und fühlt es auch in seinen eigenen Worten und Melodien. Es ist ein Geschenk an seine Heimatstadt und an die Fans, die diese tief verwurzelte Seite des Schlagerstars neu entdecken dürfen.
Mit diesem Lied fügt Wolfgang Petry seiner beeindruckenden Karriere eine sehr persönliche und authentische Facette hinzu. Er zeigt, dass man auch nach Jahrzehnten im Musikgeschäft noch überraschen und zu seinen Ursprüngen zurückfinden kann – dorthin, wo das Herz schlägt, oder wie man in Köln sagt: „wo et Hätz schleiht“.




