Er ist das Gesicht des weltweiten Serienhits „Maxton Hall“ und steht kurz vor seinem Abschluss als Arzt: Der in Köln geborene Schauspieler Damian Hardung führt ein Leben zwischen zwei Welten. Mit gerade einmal 25 Jahren meistert er den Spagat zwischen internationalen Filmsets und dem anspruchsvollen Medizinstudium in seiner Heimatstadt – ein Werdegang, der ebenso ungewöhnlich wie beeindruckend ist.
Während Millionen Fans ihn als den arroganten Millionärssohn James Beaufort kennen, bereitet sich Hardung abseits der Kameras auf sein praktisches Jahr im Krankenhaus vor. Sein Weg zeigt, dass sich Glamour und wissenschaftliche Nüchternheit nicht ausschließen müssen und dass seine Kölner Wurzeln eine entscheidende Rolle für seinen Erfolg spielten.
Das Wichtigste in Kürze
- Kölner Herkunft: Damian Hardung wurde 1998 in Köln geboren und sieht die Stadt als entscheidenden Faktor für den Start seiner Schauspielkarriere.
- Doppelleben: Parallel zu seiner erfolgreichen Schauspielkarriere studiert er Medizin in Köln und hat kürzlich sein zweites Staatsexamen bestanden.
- Globaler Erfolg: Mit der Amazon-Prime-Serie „Maxton Hall – Die Welt zwischen uns“ erlangte er internationale Bekanntheit und erreichte in über 120 Ländern die Chartspitze.
- Reflektierte Haltung: Trotz seines Erfolgs bleibt Hardung bodenständig und äußert sich kritisch zu gesellschaftlichen Themen und den Mechanismen der Filmbranche.
Kölner Wurzeln als Fundament des Erfolgs
Für Damian Hardung war das Aufwachsen in der Domstadt mehr als nur eine biografische Notiz – es war der Nährboden für seine Karriere. Geboren 1998 als Sohn zweier Orthopäden, besuchte er das Humboldt-Gymnasium und schloss sein Abitur mit der Bestnote 1,0 ab. Doch schon früh zog es ihn vor die Kamera.
Seine ersten wichtigen Schritte in der Schauspielerei machte er von Köln aus. Eine seiner bekanntesten frühen Rollen war die des krebskranken Jonas in der preisgekrönten Vox-Serie „Club der roten Bänder“. Später folgten Auftritte im Netflix-Hit „How to Sell Drugs Online (Fast)“ und der Literaturverfilmung „Auerhaus“.
Medienstadt Köln
Köln und Nordrhein-Westfalen sind zentrale Standorte der deutschen Film- und Fernsehproduktion. Große Sender wie der WDR und die RTL-Gruppe haben hier ihren Sitz, ebenso wie zahlreiche Produktionsfirmen. Diese Dichte an Industrie-Akteuren bietet jungen Talenten wie Damian Hardung die seltene Möglichkeit, direkt von zu Hause aus in der Branche Fuß zu fassen.
Hardung selbst betont die Bedeutung seines Geburtsortes. Er ist überzeugt, dass sein Weg ohne die Nähe zur Filmindustrie in Köln ein anderer gewesen wäre. Die Möglichkeit, jahrelang von zu Hause zu Dreharbeiten abgeholt zu werden, bezeichnete er als seltenes Privileg.
„Wirklich nicht, denn hier in Köln gibt es nun mal die Leute, die in der Schauspielindustrie sind, und die man dann über alle möglichen Ecken kennt.“
Zwischen Hörsaal und Scheinwerferlicht
Trotz des frühen Erfolgs entschied sich Hardung für einen zweiten, anspruchsvollen Weg: das Medizinstudium an der Universität zu Köln. Diese Doppelbelastung meistert er mit beeindruckender Disziplin. Im April dieses Jahres legte er erfolgreich sein zweites Staatsexamen ab. Nun steht das praktische Jahr an, die letzte Hürde auf dem Weg zum Arzt.
Den Ratschlag, sich für eine der beiden Karrieren zu entscheiden, hat er stets ignoriert. „Mein Leben lang haben mir Leute gesagt, du musst dich jetzt entscheiden für A oder B. Aber ich weigere mich bis heute“, erklärte er entschlossen. Sein Alltag ist oft ein Balanceakt: Tagsüber besucht er Vorlesungen oder arbeitet in der Klinik, gedreht wird nachts oder an Wochenenden.
Er sieht sein junges Alter als Vorteil, um dieses Pensum zu bewältigen. „Ich bin in den 20ern, da kann man auch noch Nachtschichten einlegen“, so der Schauspieler. Das Lernen für die Medizin sei für ihn kein Zwang, sondern ein intellektueller Ausgleich zur kreativen Arbeit am Set. „Ich hab’ wieder richtig Bock auf Lernen“, sagt er. „Ich habe das Gefühl, sonst werde ich dümmer.“
„Maxton Hall“: Der internationale Durchbruch
Während er in Köln die Weichen für eine medizinische Zukunft stellte, katapultierte ihn eine Serie auf die internationale Bühne. In „Maxton Hall – Die Welt zwischen uns“ spielt Hardung den reichen und arroganten James Beaufort, der sich in die aus einfachen Verhältnissen stammende Stipendiatin Ruby Bell (gespielt von Harriet Herbig-Matten) verliebt.
Ein globaler Serien-Hit
Die erste Staffel von „Maxton Hall“ wurde zu einem Phänomen auf Amazon Prime Video. Im Frühjahr 2024 erreichte die Serie in über 120 Ländern Platz eins der Streaming-Charts und begeisterte vor allem ein junges, internationales Publikum. Der Drehort, das Schloss Marienburg bei Hannover, wurde durch die Serie zu einer Touristenattraktion.
Die Geschichte basiert auf der Bestseller-Romanreihe von Mona Kasten und bedient das beliebte Genre der „Coming-of-Age“-Romanze. Obwohl die Handlung klassischen Mustern folgt, traf die Chemie zwischen den Hauptdarstellern und die aufwendige Inszenierung einen Nerv. Der Erfolg sicherte der Serie schnell eine zweite Staffel, die bereits in Produktion ist.
Mehr als nur der smarte Hauptdarsteller
Mit dem Ruhm wächst auch die öffentliche Aufmerksamkeit. Hardung ist in vielen seiner Rollen mit nacktem Oberkörper zu sehen, ein Umstand, den er nicht unkommentiert lässt. Er spricht offen über die unterschiedliche Wahrnehmung von männlichen und weiblichen Körpern in der Öffentlichkeit.
„Ich glaube, dass es bei Männern diesen privilegierten Spagat gibt, dass du sowohl objektifiziert werden kannst und trotzdem noch inhaltlich gehört wirst“, analysiert er. Diese Möglichkeit werde Frauen seiner Ansicht nach häufiger abgesprochen. Es ist eine von vielen reflektierten Aussagen, die zeigen, dass Hardung sich intensiv mit gesellschaftlichen Strömungen auseinandersetzt.
Er zitiert Historiker wie Timothy Snyder und beschäftigt sich mit politischen Debatten. Diese Werteorientierung beeinflusst auch seine beruflichen Entscheidungen. Er habe bereits Rollen abgelehnt, weil die Weltanschauung der Produzenten nicht mit seinen eigenen Überzeugungen übereinstimmte. Für ihn ist ein „pluralistisches, freiheitlich-demokratisches Grundverständnis“ eine nicht verhandelbare Grenze.
Dieser Spagat zwischen der glamourösen Filmwelt und der nüchternen Wissenschaft, zwischen öffentlicher Figur und angehendem Mediziner, macht Damian Hardung zu einer der spannendsten Persönlichkeiten der deutschen Unterhaltungsbranche. Ein Kölner, der beweist, dass man A und B sagen kann – und beides mit vollem Einsatz verfolgt.




