Die Postbank wird ihre Filiale im traditionsreichen Postgebäude in Köln-Kalk schließen. Die Schließung ist für das zweite Quartal 2026 geplant und betrifft einen Standort, der seit über 130 Jahren als Postamt dient. Für die Kunden bedeutet dies weite Wege, und die Zukunft der Postdienstleistungen im Veedel ist ungewiss.
Die Maßnahme ist Teil einer bundesweiten Umstrukturierung, bei der die Zahl der Postbank-Filialen bis Ende 2026 von 550 auf 320 reduziert wird. Auch der Standort in Köln-Ehrenfeld ist betroffen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Postbank-Filiale in der Robertstraße 2 in Köln-Kalk schließt im zweiten Quartal 2026.
- Kunden werden an die über vier Kilometer entfernte Filiale in Mülheim verwiesen.
- Die Zukunft der Deutschen Post an diesem historischen Standort ist derzeit noch unklar.
- Die Schließung ist Teil einer bundesweiten Reduzierung der Filialen von 550 auf 320.
- Nach den Schließungen in Kalk und Ehrenfeld verbleiben nur noch sechs Postbank-Standorte in Köln.
Ein historischer Standort vor dem Aus
Das markante Gebäude an der Robertstraße 2, direkt an der U-Bahn-Haltestelle „Kalk Post“, ist für viele Anwohner mehr als nur eine Bankfiliale. Seit seiner Errichtung als „kaiserliches Postamt“ in den Jahren 1889 und 1890 ist es ein fester Bestandteil des Stadtteils. Über 130 Jahre lang wurden von hier aus Briefe und Pakete verschickt und Finanzgeschäfte getätigt.
Nun hat die Postbank, die seit 2015 vollständig zur Deutschen Bank gehört, in einem Schreiben an ihre Kunden das Ende dieser Ära angekündigt. Die Filiale wird im zweiten Quartal 2026 ihre Türen für immer schließen. Ein genaues Datum soll sechs Wochen vorher bekannt gegeben werden.
Vom Kaiserlichen Postamt zum Finanzzentrum
Das Gebäude in Köln-Kalk wurde im neugotischen Stil erbaut und diente ursprünglich als zentrales Postamt für den damals stark wachsenden Industriestandort. Seine Lage gegenüber den heutigen „Köln Arcaden“ macht es zu einem wichtigen Anlaufpunkt im Zentrum des Stadtteils.
Was bedeutet die Schließung für Kunden?
Für die Kundinnen und Kunden der Postbank in Kalk bringt die Schließung erhebliche Umstellungen mit sich. Sie werden zukünftig auf die Filiale am Clevischer Ring in Köln-Mülheim verwiesen.
Die Entfernung zwischen den beiden Standorten beträgt mehr als vier Kilometer. Mit dem Auto dauert die Fahrt mindestens eine Viertelstunde, mit öffentlichen Verkehrsmitteln entsprechend länger. Dies stellt besonders für weniger mobile Menschen eine große Herausforderung dar.
Bundesweiter Filialabbau
Die Schließung in Kalk ist kein Einzelfall. Die Postbank plant, ihr Filialnetz in Deutschland bis Ende 2026 drastisch zu verkleinern. Von den ehemals 550 Standorten sollen nur noch 320 übrig bleiben. In Köln trifft es neben Kalk auch die Filiale an der Venloer Straße in Ehrenfeld, die bereits im ersten Quartal 2026 schließt. Danach wird es stadtweit nur noch sechs Postbank-Filialen geben.
Zukunft der Postdienste in Kalk ungewiss
Die größte Sorge vieler Bürgerinnen und Bürger in Kalk gilt nun den Dienstleistungen der Deutschen Post. Bisher teilen sich Post und Postbank die Räumlichkeiten in dem historischen Gebäude. Die Nachfrage nach Brief- und Paketdiensten ist hoch; die Warteschlangen reichen oft bis zur Eingangstür.
Ob mit der Postbank auch die Post den Standort verlässt, ist aktuell noch nicht entschieden. Eine Sprecherin der Deutschen Post teilte mit, man werde sich „zeitnah um eine Lösung für unsere Kundinnen und Kunden kümmern“, sobald die Postbank-Filiale schließt.
„Wir werden uns zeitnah um eine Lösung für unsere Kundinnen und Kunden kümmern.“
Als mögliche Alternative wird bereits jetzt auf eine bestehende Partnerfiliale verwiesen. Diese befindet sich in einem Lotto- und Zeitschriftengeschäft im „Kaufland“ an der Kalker Hauptstraße 108-122. Ob diese kleine Filiale jedoch den hohen Kundenandrang des bisherigen Standorts bewältigen kann, bleibt abzuwarten.
Die Suche nach Alternativen
Da das Aus der Postbank-Filiale besiegelt ist, muss die Deutsche Post nun eine tragfähige Lösung für die Zukunft finden. Die Anwohner hoffen, dass die grundlegenden Postdienstleistungen im Herzen von Kalk erhalten bleiben. Die Schließung des Traditionsstandortes markiert jedoch einen tiefen Einschnitt für den Stadtteil und seine Infrastruktur.




