Das nordrhein-westfälische Landeskabinett hat eine wichtige Personalentscheidung für die Kölner Bezirksregierung getroffen. Gregor Lange, der derzeitige Polizeipräsident von Dortmund, wird zum 1. März das Amt des Regierungspräsidenten in Köln übernehmen. Er folgt auf Thomas Wilk, der in der vergangenen Woche überraschend seinen Rücktritt aus persönlichen Gründen angekündigt hatte.
Die Entscheidung wurde am Dienstag in Düsseldorf bekannt gegeben. Mit Lange rückt ein erfahrener Verwaltungsjurist und langjähriger Behördenleiter an die Spitze der Kölner Bezirksregierung. Seine bisherige Laufbahn ist geprägt von verschiedenen Stationen im höheren Verwaltungsdienst des Landes sowie einer klaren Linie in der Sicherheitspolitik.
Das Wichtigste in Kürze
- Gregor Lange, Polizeipräsident von Dortmund, wird neuer Kölner Regierungspräsident.
- Der Jurist und SPD-Mitglied tritt sein Amt am 1. März an.
- Er folgt auf Thomas Wilk, der aus persönlichen Gründen zurückgetreten war.
- Lange ist bekannt für die Umsetzung einer "Null-Toleranz-Strategie" gegen Kriminalität.
Ein schneller Wechsel an der Spitze
Die Neubesetzung des Amtes erfolgte zügig, nachdem Thomas Wilk seinen Rücktritt eingereicht hatte. Wilks Entscheidung kam für viele unerwartet und wurde mit persönlichen Gründen erklärt, die nicht weiter spezifiziert wurden. Die Landesregierung musste schnell handeln, um die Kontinuität an der Spitze der wichtigen Kölner Behörde zu gewährleisten.
Mit Gregor Lange fiel die Wahl auf einen Kandidaten, der als durchsetzungsstark und erfahren gilt. Als Mitglied der SPD bringt er zudem eine politische Dimension in das Amt ein, das eine zentrale Scharnierfunktion zwischen der Landesregierung in Düsseldorf und den Kommunen der Region innehat.
Die Bezirksregierung Köln
Die Bezirksregierung Köln ist eine von fünf Bezirksregierungen in Nordrhein-Westfalen. Sie ist für einen Regierungsbezirk mit rund 4,5 Millionen Einwohnern zuständig und fungiert als Mittlerbehörde zwischen der Landesebene und den Kommunen. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Kommunalaufsicht, die Regionalplanung, der Umweltschutz und die Schulaufsicht.
Ein Verwaltungsjurist mit langer Erfahrung
Gregor Lange, geboren 1962 in Dortmund, bringt eine jahrzehntelange Expertise im Verwaltungsapparat des Landes mit. Nach seinem Abitur studierte er Rechtswissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Seine berufliche Karriere führte ihn durch verschiedene Schlüsselpositionen in der Landesverwaltung.
Seine Laufbahn umfasste unter anderem Tätigkeiten bei den Bezirksregierungen in Arnsberg, Düsseldorf und Münster. Diese breite Erfahrung in unterschiedlichen Regionen Nordrhein-Westfalens verschaffte ihm einen tiefen Einblick in die Strukturen und Herausforderungen der Landesverwaltung, bevor er eine der anspruchsvollsten Polizeibehörden des Landes übernahm.
Von der Verwaltung zur Polizei
Im Jahr 2014 wurde Lange zum Polizeipräsidenten von Dortmund ernannt. In dieser Funktion war er für die Sicherheit in einer der größten Städte des Ruhrgebiets verantwortlich. Während seiner Amtszeit erwarb er sich den Ruf, für eine klare und konsequente Führung zu stehen. Seine Arbeit war maßgeblich von den sicherheitspolitischen Vorgaben der Landesregierung geprägt.
Langes Null-Toleranz-Kurs
Als Polizeipräsident von Dortmund setzte Gregor Lange die von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) initiierte "Null-Toleranz-Strategie" um. Diese Politik richtete sich schwerpunktmäßig gegen den Drogenhandel und die sogenannte Clankriminalität. Mit regelmäßigen Razzien und einer hohen Polizeipräsenz sollte der öffentliche Raum zurückgewonnen und kriminelle Strukturen zerschlagen werden.
Neue Aufgaben in Köln
Als Regierungspräsident in Köln erwarten Lange nun gänzlich andere Aufgaben. Statt der direkten Kriminalitätsbekämpfung rücken nun Themen wie Regionalentwicklung, Umweltgenehmigungen für große Industrieprojekte, die Aufsicht über die Kommunalfinanzen und die Organisation des Schulsystems in den Vordergrund.
Die Metropolregion Köln steht vor großen Herausforderungen. Dazu gehören unter anderem:
- Die Bewältigung des Strukturwandels im Rheinischen Revier nach dem Kohleausstieg.
- Die Planung und Umsetzung großer Infrastrukturprojekte im Verkehrsbereich.
- Die Steuerung der Stadtentwicklung und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.
- Die Koordination des Katastrophenschutzes, eine Lehre aus der Flutkatastrophe von 2021.
Beobachter erwarten, dass Lange seinen als direkt und entscheidungsfreudig beschriebenen Führungsstil auch in seine neue Rolle einbringen wird. Seine Fähigkeit, komplexe Verwaltungsabläufe zu steuern und klare Vorgaben umzusetzen, wird in Köln ebenso gefragt sein wie seine Erfahrung in der Zusammenarbeit mit unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Akteuren.
Die offizielle Amtsübernahme ist für den 1. März geplant. Bis dahin wird Lange seine Aufgaben in Dortmund abschließen und sich auf die neue Verantwortung an der Spitze der Kölner Bezirksregierung vorbereiten.




