In Köln-Gremberghoven wurden am Donnerstag bei Sondierungsarbeiten zwei englische Zehn-Zentner-Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Die Entschärfung der Blindgänger ist noch für heute geplant, was eine großflächige Evakuierung von rund 6.000 Anwohnerinnen und Anwohnern notwendig macht. Der öffentliche Nahverkehr ist ebenfalls stark betroffen.
Die beiden Sprengkörper wurden im Bereich der Cherusker- und Cimbernstraße gefunden. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat einen Sicherheitsradius von 500 Metern um die Fundstelle festgelegt. Das Ordnungsamt der Stadt Köln koordiniert die Evakuierungsmaßnahmen.
Das Wichtigste in Kürze
- Bombenfund: Zwei englische Zehn-Zentner-Bomben in Köln-Gremberghoven.
- Evakuierung: Rund 6.000 Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen.
- Sicherheitsradius: 500 Meter um die Fundstelle im Bereich Cherusker-/Cimbernstraße.
- Verkehr: Beeinträchtigungen bei der S-Bahn-Linie S12 und den Buslinien 151, 152 und 154.
- Anlaufstelle: Für Betroffene wurde eine Anlaufstelle in der Kopernikusschule eingerichtet.
Entdeckung bei Routinearbeiten
Der Fund der beiden Blindgänger ereignete sich am Donnerstag, dem 27. November, im Zuge von routinemäßigen Sondierungsarbeiten. Solche Untersuchungen werden in Köln regelmäßig durchgeführt, um das Erdreich auf Überreste aus dem Zweiten Weltkrieg zu prüfen. Bei den gefundenen Sprengkörpern handelt es sich um englische Zehn-Zentner-Bomben, die beide mit einem Aufschlagzünder versehen sind.
Unmittelbar nach der Entdeckung sicherten der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) der Bezirksregierung Düsseldorf und das Kölner Ordnungsamt den Bereich ab. Die Experten des KBD legten nach einer ersten Begutachtung den Evakuierungsradius auf 500 Meter fest, um die Sicherheit der Bevölkerung während der Entschärfung zu gewährleisten.
Warum Köln so oft betroffen ist
Köln war im Zweiten Weltkrieg ein strategisch wichtiges Ziel und wurde bei 262 Luftangriffen schwer bombardiert. Experten schätzen, dass noch immer tausende nicht explodierte Bomben im Stadtgebiet liegen. Funde wie der in Gremberghoven sind daher keine Seltenheit und erfordern immer wieder umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen.
Umfangreiche Evakuierungsmaßnahmen
Die festgelegte Sicherheitszone betrifft etwa 6.000 Anwohnerinnen und Anwohner, die ihre Wohnungen und Häuser verlassen müssen. Das Ordnungsamt der Stadt Köln hat die Aufgabe, die Evakuierung zu organisieren und sicherzustellen, dass sich während der Entschärfung niemand mehr im Gefahrenbereich aufhält.
Für Personen, die während der Maßnahmen eine Unterkunft benötigen, hat die Stadt eine offizielle Anlaufstelle eingerichtet. Diese befindet sich in der Kopernikusschule in der Bonner Straße 40. Die Stadtverwaltung wies darauf hin, dass die Mitnahme von Haustieren in die Anlaufstelle nicht gestattet ist. Tierbesitzer werden gebeten, alternative Unterbringungsmöglichkeiten für ihre Tiere zu finden.
Zahlen zum Einsatz
- Betroffene Personen: ca. 6.000
- Anzahl der Bomben: 2
- Gewicht pro Bombe: Zehn Zentner (ca. 500 kg)
- Sicherheitsradius: 500 Meter
Der genaue Zeitpunkt für den Beginn der Entschärfung steht noch nicht fest. Die Behörden informieren die Öffentlichkeit, sobald alle Vorbereitungen abgeschlossen sind und die Evakuierung vollständig durchgeführt wurde.
Auswirkungen auf den öffentlichen Verkehr
Die Sperrung des Gebiets hat auch erhebliche Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr. Mehrere Linien sind von den Maßnahmen betroffen, was zu Ausfällen und Umleitungen führt. Reisende sollten sich vor Fahrtantritt über ihre Verbindungen informieren.
Konkret sind folgende Linien betroffen:
- S-Bahn: Die Linie S12 wird im betroffenen Bereich unterbrochen. Der Halt Köln Steinstraße entfällt für die Dauer der Sperrung.
- Busverkehr: Die Buslinien 151, 152 und 154 müssen umgeleitet werden oder können ihre regulären Haltestellen nicht anfahren.
Das Portal Zuginfo.NRW informierte Fahrgäste bereits über die Störungen. Es wird empfohlen, die aktuellen Hinweise der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) und der Deutschen Bahn zu beachten und mehr Zeit für Fahrten in und um Gremberghoven einzuplanen.
„Bitte prüfen Sie Ihre Reiseverbindung kurz vor der Abfahrt“, lautet die Empfehlung für alle Fahrgäste, die die betroffenen Linien nutzen möchten.
Immer wieder Blindgänger in Köln
Der Fund in Gremberghoven ist kein Einzelfall. Erst im Oktober wurde ein Blindgänger in Köln-Müngersdorf entdeckt und erfolgreich entschärft. Diese wiederkehrenden Ereignisse erinnern eindrücklich an die Altlasten des Krieges, die auch Jahrzehnte später noch eine reale Gefahr für die Bevölkerung darstellen.
Die Professionalität und Erfahrung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes sind bei jedem Fund entscheidend. Die Experten arbeiten unter hohem Druck, um die Sprengkörper sicher unschädlich zu machen und die Gefahr für die Kölnerinnen und Kölner zu beseitigen. Die Stadt und die Einsatzkräfte sind auf solche Situationen vorbereitet, um die Sicherheit der Bürger bestmöglich zu gewährleisten.




