Eine Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat am Montag für erhebliche Verkehrsbehinderungen auf der Autobahn 59 zwischen Köln und Troisdorf gesorgt. Der Blindgänger wurde am Vormittag bei Bauarbeiten entdeckt und musste am Nachmittag kontrolliert gesprengt werden. Die Autobahn war stundenlang in beide Richtungen gesperrt.
Der Fundort lag direkt an der Stadtgrenze zwischen Köln und Troisdorf, im Bereich zwischen den Anschlussstellen Spich und Lind. Bauarbeiter stießen während Sondierungsarbeiten für eine geplante Sanierung der Fahrbahndecke auf die amerikanische Fliegerbombe mit einem chemischen Langzeitzünder.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Fünf-Zentner-Bombe wurde am Montag an der A59 gefunden.
- Die Autobahn war zwischen den Anschlussstellen Spich und Lind für mehrere Stunden gesperrt.
- Rund 100 Mitarbeiter eines Amazon-Lagers mussten evakuiert werden.
- Die Bombe wurde um 15:17 Uhr vom Kampfmittelbeseitigungsdienst kontrolliert gesprengt.
- Der Verkehr auf der A59 wurde gegen 17:20 Uhr wieder freigegeben.
Entdeckung während Bauarbeiten
Die Vorbereitungen für die Sanierung der A59 in Fahrtrichtung Köln sind derzeit in vollem Gange. Arbeiter fräsen die alte Asphaltschicht ab und untersuchen den Untergrund gezielt auf Kampfmittel – eine Standardprozedur bei großen Bauvorhaben in der Region. Am Montagmorgen wurden sie fündig.
Unmittelbar nach der Entdeckung des Blindgängers gegen 10:55 Uhr wurde die Autobahn 59 von der Polizei vollständig gesperrt. Ein Sicherheitsradius von 400 Metern wurde um die Fundstelle gezogen.
Warum werden heute noch Bomben gefunden?
Im Zweiten Weltkrieg wurden tausende Tonnen Bomben über dem Rheinland abgeworfen. Schätzungen zufolge explodierten etwa 10 bis 15 Prozent davon nicht und liegen bis heute als sogenannte Blindgänger im Boden. Besonders bei Bauarbeiten in städtischen Gebieten oder an großen Infrastrukturprojekten werden sie regelmäßig entdeckt.
Evakuierung und Verkehrschaos
Innerhalb des Evakuierungsradius befanden sich glücklicherweise keine Wohngebiete. Betroffen waren jedoch ein Asphaltmischwerk sowie das große Amazon-Logistikzentrum in Troisdorf-Spich. Rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Versandhändlers mussten ihre Arbeitsplätze verlassen.
Die Ordnungsämter von Köln und Troisdorf koordinierten die Maßnahmen. „Wir hatten die glückliche Situation, dass wir nur eine Zufahrt sperren mussten“, erklärte Oliver Kosmalla, Leiter des Troisdorfer Ordnungsamts. Die betroffenen Amazon-Mitarbeiter wurden mit einem Bus aus der Gefahrenzone gebracht.
Auf den umliegenden Straßen führte die Sperrung schnell zu erheblichen Problemen. Insbesondere auf der Frankfurter Straße (B8) bildete sich in Richtung Troisdorf ein langer Stau. Autofahrer und Lkw bewegten sich nur noch im Schritttempo vorwärts. Die Behörden informierten die Bevölkerung über die Warn-App NINA und riefen dazu auf, den Bereich weiträumig zu umfahren.
Fakten zum Einsatz
- Bombenart: Amerikanische Fünf-Zentner-Bombe (ca. 250 kg)
- Zünder: Chemischer Langzeitzünder
- Evakuierungsradius: 400 Meter
- Betroffene Personen: ca. 100 Mitarbeiter
- Dauer der Sperrung: ca. 6,5 Stunden
Die kontrollierte Sprengung
Aufgrund des empfindlichen Langzeitzünders entschieden sich die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes gegen eine Entschärfung und für eine kontrollierte Sprengung. Um die Wucht der Detonation zu dämpfen, wurde die Bombe mit großen Mengen Sand abgedeckt.
Um 15:17 Uhr wurde der Blindgänger erfolgreich gesprengt. Ein dumpfer Knall war in der Umgebung zu hören. Nach der Sprengung konnten die ersten Absperrungen, wie die Zufahrt über den Zündorfer Weg, wieder aufgehoben werden.
„Allen Mitarbeitern geht es gut. Die Pakete sind ganz normal auf dem Weg zu den Kunden.“
Eine Sprecherin von Amazon bestätigte am Nachmittag, dass es zu keinen größeren Verzögerungen im Versand kommen werde. Die meisten Pakete hätten das Lager bereits am Morgen vor der Evakuierung verlassen. Mögliche Verspätungen könnten höchstens durch die allgemeinen Verkehrsbehinderungen entstehen.
Freigabe der Autobahn nach Prüfung
Bevor der Verkehr auf der A59 wieder fließen konnte, musste die Fahrbahn auf mögliche Schäden durch die Explosion untersucht werden. Ingenieure der Autobahn GmbH prüften den Asphalt und den Untergrund in der Nähe der Sprengstelle auf Risse oder Absenkungen.
Nachdem keine gravierenden Schäden festgestellt wurden, konnte die Autobahn schrittweise wieder freigegeben werden. Gegen 17:20 Uhr normalisierte sich die Verkehrslage langsam, nachdem die Vollsperrung aufgehoben wurde. Der Vorfall zeigt einmal mehr, welche Gefahren auch fast 80 Jahre nach Kriegsende noch im Boden lauern.




