Ein Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst hat am Freitagmorgen den letzten Schultag vor den Ferien an der Wilhelm-Busch-Realschule in Köln-Zündorf abrupt beendet. Nach einer mutmaßlichen Reizgas-Attacke klagten zahlreiche Schüler und Lehrkräfte über Atemwegsreizungen. Insgesamt wurden 42 Personen verletzt.
Das Wichtigste in Kürze
- An der Wilhelm-Busch-Realschule in Köln-Zündorf kam es zu einem Reizgas-Vorfall.
- Insgesamt wurden 42 Personen, darunter Schüler und Lehrer, verletzt.
- Fünf Personen, davon zwei Kinder, mussten zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden.
- Die Kölner Polizei hat die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung aufgenommen.
Großeinsatz am letzten Schultag
Statt einer besinnlichen Einstimmung auf die Weihnachtsferien herrschte am Vormittag des 19. Dezember 2025 an der Realschule in Zündorf große Aufregung. Gegen Mittag ging ein Notruf bei der Kölner Feuerwehr ein. Mehrere Personen in dem Schulgebäude litten unter plötzlichen Atembeschwerden und Reizungen der Augen.
Die Rettungskräfte rückten mit einem Großaufgebot an. Ein Sprecher der Feuerwehr bestätigte, dass in weiten Teilen des Gebäudes ein stechender Geruch wahrnehmbar war, der auf Pfefferspray oder ein ähnliches Reizgas hindeutete. Die Einsatzkräfte leiteten umgehend die Evakuierung der betroffenen Bereiche ein, um weitere Gefährdungen auszuschließen.
Was ist Reizgas?
Reizgase wie Pfefferspray enthalten Wirkstoffe, die bei Kontakt eine sofortige und starke Reizung der Schleimhäute, Augen und Atemwege verursachen. Die Symptome umfassen starkes Brennen, Tränenfluss, Husten und Atembeschwerden. In geschlossenen Räumen kann sich der Wirkstoff schnell verteilen und eine große Anzahl von Menschen betreffen.
Medizinische Versorgung vor Ort
Die Rettungsdienste richteten vor der Schule eine Versorgungsstelle ein, um die vielen Betroffenen schnellstmöglich zu sichten und zu behandeln. Die Situation erforderte eine koordinierte Reaktion, um allen Verletzten gerecht zu werden.
Bilanz des Vorfalls
- Insgesamt Betroffene: 42 Personen
- Im Krankenhaus behandelt: 5 Personen (2 Kinder, 3 Erwachsene)
- Vor Ort versorgt: 37 Personen
Die Sanitäter kümmerten sich um insgesamt 37 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte direkt auf dem Schulgelände. Fünf Personen, darunter zwei Kinder und drei Erwachsene, zeigten stärkere Symptome und wurden zur weiteren Abklärung und Behandlung in umliegende Krankenhäuser transportiert. Für die übrigen Schülerinnen und Schüler war der Unterricht damit beendet.
Schulbetrieb eingestellt, Ferien beginnen früher
Die Schulleitung entschied in Absprache mit den Einsatzkräften, den Schulbetrieb für diesen Tag vollständig einzustellen. Alle unverletzten Kinder wurden nach Hause oder in die Obhut ihrer Eltern übergeben. Damit begannen die Weihnachtsferien für die Schüler der Wilhelm-Busch-Realschule unter unerfreulichen Umständen einige Stunden früher als geplant.
Die Feuerwehr führte Messungen im Gebäude durch und lüftete die betroffenen Räume ausgiebig, um die Konzentration des Reizstoffes zu senken und eine sichere Wiederinbetriebnahme nach den Ferien zu gewährleisten.
Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung
Die Kölner Polizei hat die Ermittlungen in dem Fall aufgenommen. Der Vorfall wird als gefährliche Körperverletzung eingestuft. Wer das Reizgas versprüht hat und aus welchem Motiv, ist bislang völlig unklar. Es wird gegen Unbekannt ermittelt.
"Wir nehmen diesen Vorfall sehr ernst. Eine solche Tat in einer Schule, die auf die Gesundheit von Kindern und Erwachsenen abzielt, ist kein Dummejungenstreich, sondern eine schwere Straftat."
Beamte der Kriminalpolizei waren vor Ort, um Spuren zu sichern und erste Befragungen durchzuführen. Mögliche Zeugen aus der Schülerschaft und dem Lehrpersonal werden nun vernommen, um Hinweise auf den oder die Täter zu erlangen. Die Ermittlungen dauern an.




