Autofahrer in Nordrhein-Westfalen müssen sich im März auf erhebliche Verkehrsbehinderungen auf der Autobahn 44 einstellen. Wegen dringender Reparaturarbeiten an einer Brücke wird die Fahrbahn in Richtung Kassel zwischen Unna-Ost und dem Kreuz Werl an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden vollständig gesperrt. Pendlern und Reisenden wird empfohlen, die betroffene Strecke weiträumig zu umfahren.
Das Wichtigste in Kürze
- Was: Vollsperrung der A44 in Fahrtrichtung Kassel.
- Wo: Zwischen der Anschlussstelle Unna-Ost und dem Autobahnkreuz Werl.
- Wann: An zwei Wochenenden im März: vom 6. März (22 Uhr) bis 9. März (5 Uhr) und vom 13. März (22 Uhr) bis 16. März (5 Uhr).
- Warum: Notwendige Reparaturarbeiten an der Brücke über den Lüner Bach.
- Empfehlung: Weiträumige Umleitungen sind eingerichtet und sollten genutzt werden.
Zwei Vollsperrungen im März geplant
Die Autobahn GmbH Westfalen hat angekündigt, dass die A44 in Richtung Kassel an zwei Wochenenden im März nicht befahrbar sein wird. Die Maßnahmen sind für die Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit unerlässlich. Die erste Sperrung beginnt am Abend des 6. März um 22 Uhr und dauert bis zum frühen Morgen des 9. März um 5 Uhr. Genau eine Woche später folgt die zweite Vollsperrung im selben Abschnitt. Sie startet am 13. März um 22 Uhr und endet am 16. März um 5 Uhr.
Diese Termine wurden bewusst auf die verkehrsärmeren Wochenenden gelegt, um die Auswirkungen auf den Berufsverkehr so gering wie möglich zu halten. Dennoch ist mit erheblichen Störungen zu rechnen, da die A44 eine wichtige Ost-West-Verbindung darstellt.
Kontext: Verkehrsknotenpunkt Ostwestfalen
Die A44 ist eine zentrale Verkehrsader, die das Ruhrgebiet mit Kassel und den östlichen Teilen Deutschlands verbindet. Das Autobahnkreuz Werl, an dem die A44 auf die A445 trifft, ist ein wichtiger Knotenpunkt für den Verkehr in Richtung Sauerland. Sperrungen in diesem Bereich haben daher oft weitreichende Folgen für den regionalen und überregionalen Verkehr.
Grund der Sperrung: Reparaturen an der Lüner-Bach-Brücke
Die Ursache für die umfangreichen Sperrungen sind unaufschiebbare Instandsetzungsarbeiten an der Brücke, die über den Lüner Bach führt. Konkret müssen die sogenannten Fahrbahnübergänge der Brücke erneuert werden. Diese Bauteile sind entscheidend für die Stabilität und Langlebigkeit des Bauwerks.
Fahrbahnübergänge sind spezielle Konstruktionen aus Stahl, die die Lücke zwischen der Brückenplatte und der angrenzenden Fahrbahn schließen. Sie sind flexibel gestaltet, um die natürlichen Bewegungen der Brücke auszugleichen. Diese Bewegungen entstehen durch Temperaturschwankungen – das Material dehnt sich bei Wärme aus und zieht sich bei Kälte zusammen – sowie durch die ständige Belastung durch den Verkehr. Ohne funktionierende Übergänge könnten schwere Schäden an der Brücke und der Fahrbahn entstehen.
Was sind Fahrbahnübergänge?
Diese kritischen Bauteile einer Brücke müssen enormen Kräften standhalten. Sie gleichen nicht nur Längenänderungen von mehreren Zentimetern aus, sondern tragen auch die volle Last von Tausenden von Fahrzeugen täglich. Ihre regelmäßige Wartung und Erneuerung ist daher ein zentraler Bestandteil der Brückeninstandhaltung und garantiert die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer.
Arbeiten in zwei Phasen
Die Reparaturarbeiten sind komplex und können nicht unter fließendem Verkehr durchgeführt werden. Daher hat man sich für eine zweistufige Umsetzung entschieden. Während des ersten Sperrwochenendes werden die alten Bauteile entfernt und die Vorbereitungen für den Einbau der neuen Übergänge getroffen. In der darauffolgenden Woche wird eine spezielle Verkehrsführung eingerichtet, die es ermöglicht, den Verkehr tagsüber fließen zu lassen, während unter der Woche vorbereitende Arbeiten stattfinden können. Die finalen Arbeiten und der Einbau der neuen Elemente erfolgen dann während der zweiten Vollsperrung am darauffolgenden Wochenende.
Umfangreiche Umleitungen eingerichtet
Um das Verkehrschaos so gering wie möglich zu halten, wurden zwei offizielle Umleitungsstrecken eingerichtet. Die Behörden bitten alle Autofahrer dringend, diesen Empfehlungen zu folgen und nicht zu versuchen, die Sperrung über kleinere Landstraßen zu umfahren, da dies schnell zu einem Kollaps des lokalen Verkehrsnetzes führen würde.
Großräumige Umleitung für den Fernverkehr
Für den überregionalen Verkehr, der die Region nur durchqueren möchte, wurde eine weiträumige Umleitung ausgeschildert. Diese Route soll den Verkehr frühzeitig von der A44 ableiten und über andere leistungsfähige Autobahnen führen. Die empfohlene Strecke ist wie folgt:
- Am Kreuz Dortmund/Unna auf die A1 in Richtung Bremen wechseln.
- Der A1 bis zum Kamener Kreuz folgen.
- Dort auf die A2 in Richtung Hannover/Bielefeld fahren.
- Der A2 bis zum Kreuz Bielefeld folgen und dort auf die A33 in Richtung Paderborn wechseln.
- Anschließend führt die Route über das Kreuz Wünnenberg-Haaren zurück auf die A44 in Richtung Kassel.
Obwohl diese Umleitung einen erheblichen Umweg darstellt, ist sie für den Fernverkehr die schnellste und sicherste Option, um die Baustelle zu umgehen.
Lokale Umleitung für den Regionalverkehr
Für Autofahrer mit Zielen in der näheren Umgebung wurde eine lokale Bedarfsumleitung eingerichtet. Diese ist mit dem Schild „U35“ gekennzeichnet. Die Route führt ab der Anschlussstelle Unna-Ost über die Bundesstraße 1 (B1) in Richtung Werl. Von dort aus können Fahrer das Stadtzentrum von Werl erreichen oder wieder auf die Autobahn auffahren. Es wird jedoch davor gewarnt, dass diese lokale Strecke, insbesondere zu Stoßzeiten, stark überlastet sein könnte.
Was Autofahrer jetzt beachten sollten
Reisende und Pendler sollten sich auf die Sperrungen einstellen und an den betroffenen Wochenenden deutlich mehr Zeit für ihre Fahrten einplanen. Es wird empfohlen, sich vor Fahrtantritt über die aktuelle Verkehrslage zu informieren und, wenn möglich, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen oder die Fahrt zu verschieben. Die Autobahn GmbH weist darauf hin, dass es trotz sorgfältiger Planung kurzfristig zu Änderungen kommen kann. Alle Angaben erfolgen daher ohne Gewähr.
Die Arbeiten an der Lüner-Bach-Brücke sind ein weiteres Beispiel für die Notwendigkeit, die Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen kontinuierlich zu sanieren. Solche Maßnahmen sind zwar mit vorübergehenden Unannehmlichkeiten verbunden, dienen aber langfristig der Sicherheit und Leistungsfähigkeit des gesamten Verkehrsnetzes.




