Spaziergänger im Äußeren Grüngürtel wundern sich seit Tagen über eine gesperrte und von tiefen Löchern durchzogene Straße. Die Bachemer Landstraße nahe dem Decksteiner Weiher ist derzeit unpassierbar. Grund dafür ist eine umfassende Suche nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg, die als Vorbereitung für ein großes Infrastrukturprojekt dient.
Die Rhein-Energie-Tochter Rheinnetz führte die Untersuchungen durch, um die Sicherheit für bevorstehende Bauarbeiten zu gewährleisten. Die gute Nachricht vorweg: Es wurden keine Bomben gefunden.
Das Wichtigste in Kürze
- Auf der Bachemer Landstraße im Äußeren Grüngürtel wurde nach Weltkriegsbomben gesucht.
- Die Maßnahme ist eine Vorbereitung für den Ausbau des Stromnetzes nach Marsdorf.
- Bei der Sondierung wurden keine Blindgänger entdeckt.
- Die Straße wird in Kürze wieder instand gesetzt, bevor die eigentlichen Bauarbeiten beginnen.
Tiefe Löcher sorgen für Spekulationen
Wer in den letzten Tagen im beliebten Naherholungsgebiet des Äußeren Grüngürtels unterwegs war, stieß auf ein ungewöhnliches Bild. Die Bachemer Landstraße, eine wichtige Verbindungsachse, ist auf einem Abschnitt komplett gesperrt und gleicht einer Kraterlandschaft. Zahlreiche tiefe, präzise gebohrte Löcher im Asphalt gaben Anlass zu vielen Fragen unter Passanten und Anwohnern.
Die Szenerie erinnert an die Folgen eines schweren Angriffs, doch der Ursprung liegt in der Vergangenheit. Die Löcher sind das Ergebnis einer systematischen Kampfmittelsondierung, einer vorsorglichen Suche nach nicht explodierten Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg.
Vorbereitung für ein wichtiges Energieprojekt
Hinter der Aktion steht die Rheinnetz GmbH, eine Tochtergesellschaft der Rhein-Energie. Das Unternehmen plant eine bedeutende Erweiterung des Kölner Stromnetzes, um den steigenden Energiebedarf im Stadtteil Marsdorf zu decken. Dieses Vorhaben ist entscheidend für die zukünftige Versorgungssicherheit der Region.
„Wir werden in den kommenden Monaten das Stromnetz in Marsdorf verstärken“, erklärte Eugen Ott, ein Sprecher des Unternehmens. „Dafür ist eine Erweiterung des Netzes von einem Umspannwerk in Lindenthal bis nach Marsdorf erforderlich.“ Die Trasse für die neuen Stromleitungen verläuft genau unter der Bachemer Landstraße.
Warum wird nach Bomben gesucht?
Köln war im Zweiten Weltkrieg Ziel schwerer Luftangriffe. Viele Bomben explodierten nicht und liegen bis heute als sogenannte Blindgänger im Erdreich. Vor jeder größeren Baumaßnahme, bei der tief in den Boden eingegriffen wird, ist eine Kampfmittelüberprüfung gesetzlich vorgeschrieben. Dies dient dem Schutz der Bauarbeiter und der Öffentlichkeit.
Systematische Suche nach Verdachtspunkten
Bevor die Bagger für die Verlegung der neuen Stromleitungen anrücken können, musste die Sicherheit der Strecke gewährleistet werden. Eine vorherige Analyse von Luftbildern aus der Kriegszeit hatte ergeben, dass in diesem Bereich mehrere Verdachtspunkte für mögliche Blindgänger existieren.
„Nach einer Kampfmittelanfrage wurden in dem Bereich mehrere Verdachtspunkte von möglichen Blindgängern identifiziert. Gemäß den geltenden Auflagen ist es notwendig, sie zu sondieren, um das Risiko eines Bombenfundes während der Baumaßnahme zu minimieren.“
– Eugen Ott, Sprecher der Rhein-Energie
Spezialfirmen rückten an, um diese Verdachtspunkte gezielt zu untersuchen. Dafür wurden die tiefen Löcher in den Asphalt und das darunterliegende Erdreich gebohrt, um mit Sonden nach metallischen Gegenständen zu suchen. Jeder Verdachtspunkt wurde akribisch überprüft.
Kein Fund, aber wichtige Erkenntnisse
Die umfangreiche Sondierung brachte ein beruhigendes Ergebnis: Es wurden keinerlei Blindgänger oder andere Kampfmittel im untersuchten Bereich gefunden. Die Verdachtspunkte stellten sich als harmlos heraus. Damit ist der Weg frei für die geplanten Bauarbeiten zur Netzverstärkung.
Wie geht es jetzt weiter?
Nach Abschluss der Sondierungsarbeiten wird die Bachemer Landstraße nicht lange in ihrem aktuellen Zustand verbleiben. Die Rheinnetz hat bereits angekündigt, dass alle Bohrlöcher nun fachmännisch verschlossen und die Fahrbahn wieder vollständig hergestellt wird. Die Sperrung des Abschnitts wird aufgehoben, sobald die Straße wieder sicher befahrbar ist.
Erst nach dieser Instandsetzung werden die eigentlichen Arbeiten zur Verstärkung des Stromnetzes beginnen. Kölnerinnen und Kölner können also aufatmen: Die Gefahr ist gebannt und die wichtige Modernisierung der Energieinfrastruktur kann sicher fortgesetzt werden.




