Der Rheinpegel in Köln nähert sich der ersten kritischen Hochwassermarke. Die Stadtentwässerungsbetriebe (StEB) meldeten am Mittwochnachmittag einen Wasserstand von 6,17 Metern. Es wird erwartet, dass die Marke von 6,20 Metern in der Nacht zu Donnerstag überschritten wird, was erste offizielle Hochwasserschutzmaßnahmen nach sich zieht.
Prognosen deuten auf einen weiteren Anstieg in den kommenden Tagen hin, bevor am Wochenende eine Entspannung der Lage erwartet wird. Die Stadt hat bereits erste Vorkehrungen getroffen, um auf die steigenden Wasserstände zu reagieren.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Rheinpegel in Köln wird voraussichtlich in der Nacht zu Donnerstag die erste Hochwassermarke von 6,20 Metern überschreiten.
- Erste Schutzmaßnahmen wie die Sperrung von Uferwegen sind bereits aktiv.
- Der Wasserstand könnte bis Freitagabend auf über 6,40 Meter ansteigen, bevor er am Wochenende voraussichtlich wieder sinkt.
- Ursache für den Anstieg ist die Schneeschmelze in den Alpen, ein typisches Phänomen im Frühjahr.
Aktuelle Lage und Prognose für die kommenden Tage
Die Situation am Kölner Rheinufer wird aufmerksam beobachtet. Mit einem aktuellen Pegel von 6,17 Metern (Stand Mittwoch, 18. Februar) ist die erste Hochwassermarke von 6,20 Metern nur noch wenige Zentimeter entfernt. Laut den Vorhersagen der StEB könnte der Pegel bereits am Donnerstagmorgen um 7 Uhr bei 6,28 Metern liegen.
Auch die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) bestätigt diesen Trend. Ihre Prognosen gehen von einem weiteren Anstieg aus, der am Freitagabend einen vorläufigen Höhepunkt von über 6,40 Metern erreichen könnte. Erst für Samstag und Sonntag wird mit einem langsamen Absinken des Wasserstandes gerechnet.
Pegelstände im Überblick
- Normalwasserstand: 3,21 Meter
- Aktueller Stand (18.02.): 6,17 Meter
- Hochwassermarke I: 6,20 Meter
- Hochwassermarke II: 8,30 Meter
Erste Schutzmaßnahmen der Stadt sind bereits aktiv
Die Stadt Köln hat einen gestaffelten Plan zur Hochwasserabwehr, der bereits bei niedrigeren Pegelständen greift. Schon ab einem Wasserstand von 4,50 Metern werden erste Maßnahmen eingeleitet. In den vergangenen Tagen wurde deshalb bereits eine kleine Hochwasserschutzzentrale eingerichtet, um die Lage zu koordinieren.
Für die Bürgerinnen und Bürger sind die Auswirkungen bereits sichtbar. So wurde der bei Spaziergängern und Radfahrern beliebte Leinpfad am Rheinufer an mehreren Stellen gesperrt, um die Sicherheit zu gewährleisten. Diese Absperrungen sollten unbedingt beachtet werden, da das Ufer schnell überflutet werden kann.
Was passiert bei weiter steigendem Pegel?
Sollte der Rheinpegel die Marke von sieben Metern erreichen, würden die nächsten Schritte im Schutzkonzept der Stadt folgen. Dazu gehört die Errichtung erster mobiler Schutzwände an besonders gefährdeten Abschnitten. Ein bekannter Punkt hierfür ist das Rheinufer im Stadtteil Rodenkirchen. Die zweite, deutlich kritischere Hochwassermarke liegt bei 8,30 Metern.
Ein typisches Phänomen im Frühjahr
Ein Anstieg des Rheinpegels im Frühjahr ist kein ungewöhnliches Ereignis. Experten erklären dies vor allem mit der Schneeschmelze in den Alpen und den Mittelgebirgen. Das Schmelzwasser gelangt über die Nebenflüsse wie Main und Mosel in den Rhein und lässt dessen Pegel ansteigen.
Die Kombination aus Schmelzwasser und möglichen Frühjahrsregenfällen bestimmt, wie stark der Anstieg ausfällt. In diesem Jahr sorgt das Zusammenspiel dieser Faktoren für das Erreichen der ersten Hochwassermarke.
Historische Hochwasser in Köln
Die Stadt Köln hat eine lange Geschichte im Umgang mit dem Rhein-Hochwasser. Extreme Ereignisse, sogenannte „Jahrhunderthochwasser“, gab es in den Jahren 1926, 1993 und 1995. Damals stieg der Pegel auf über zehn Meter und überflutete weite Teile der Altstadt.
Der höchste jemals gemessene Wasserstand wurde am 1. Januar 1926 mit 10,69 Metern registriert. Im krassen Gegensatz dazu stand das extreme Niedrigwasser im Herbst 2018, als der Pegel am 23. Oktober auf nur noch 69 Zentimeter fiel und die Schifffahrt fast zum Erliegen kam.
Auswirkungen auf die Schifffahrt und das Leben am Fluss
Steigende Wasserstände haben direkte Konsequenzen für die Binnenschifffahrt auf dem Rhein, einer der verkehrsreichsten Wasserstraßen Europas. Zwar ist die Schifffahrt bei dem aktuell erwarteten Pegelstand noch nicht grundsätzlich eingestellt, jedoch müssen Schiffe ihre Geschwindigkeit anpassen, um den Wellenschlag und damit die Belastung für die Deiche zu reduzieren.
Für die Anwohner in Ufernähe bedeutet der steigende Pegel vor allem erhöhte Wachsamkeit. Keller und tieferliegende Bereiche müssen auf mögliche Wassereintritte kontrolliert werden. Die Stadt informiert kontinuierlich über die aktuelle Entwicklung und gibt Handlungsempfehlungen für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger aus.




