Die Karnevalssession 2026 hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Das designierte Kölner Dreigestirn ist nach einem beeindruckenden Umzug durch die Südstadt in seine offizielle Residenz, die Hofburg im Dorint Hotel am Heumarkt, eingezogen. Hunderte Jecke begleiteten Prinz Niklas I., Bauer Clemens und Jungfrau Aenne bei klirrender Kälte auf ihrem Weg.
Der Einzug markiert den Beginn der intensivsten Zeit für die drei Regenten, die von der Prinzen-Garde Köln 1906 e.V. gestellt werden. Bis Aschermittwoch wird das Hotel nun zum Zentrum des Kölner Karnevals, von wo aus das Trifolium zu seinen zahlreichen Terminen aufbrechen wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Das designierte Kölner Dreigestirn 2026 ist in die Hofburg im Dorint Hotel am Heumarkt eingezogen.
- Ein Festumzug mit rund 600 Teilnehmern begleitete das Trifolium durch die Kölner Südstadt.
- Prinz Niklas I., Bauer Clemens und Jungfrau Aenne werden bis zum Ende der Session in der Hofburg residieren.
- Die traditionelle Schlüsselübergabe und das Fassanstich-Ritual fanden im Hotel statt.
- Das Hotel spendete 11.111,11 Euro für einen guten Zweck.
Ein Umzug, der begeistert
Am Dienstagnachmittag verwandelte sich die Kölner Südstadt in ein kleines Karnevalsparadies. Angeführt von zwei Musikzügen, zog ein Tross von rund 600 Menschen vom Prinzen-Garde-Turm am Karthäuserwall in Richtung Heumarkt. Im Mittelpunkt standen der designierte Prinz Niklas I. (Niklas Jüngling, 33), der designierte Bauer Clemens (Clemens von Blanckart, 42) und die designierte Jungfrau Aenne (Stefan Blatt, 40), die die Fahrt in einer offenen Kutsche sichtlich genossen.
Trotz der eisigen Temperaturen säumten zahlreiche Schaulustige die Strecke, zückten ihre Handys und riefen „Kölle Alaaf“. Besonders auf der Severinstraße bot sich ein farbenprächtiges Bild aus Uniformen und Karnevalskostümen.
„Der Moment, als wir auf die Severinstraße eingebogen sind, war irre. Ich hab’ nur gedacht: Warum stehen da so viele Menschen?“, zeigte sich der zukünftige Prinz Niklas I. überwältigt.
Auch Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn war beeindruckt und kommentierte den Umzug mit einem Augenzwinkern: „Das war wesentlich eindrucksvoller als der Rosenmontagszug nördlich von Köln.“
Starke Gemeinschaft im Kölner Karneval
Der Umzug wurde nicht nur von der Prinzen-Garde als Heimatgesellschaft des Dreigestirns organisiert. Auch die acht weiteren Traditionskorps entsandten jeweils eine elfköpfige Abordnung. Zudem nahmen 15 weitere Karnevalsvereine sowie befreundete Garden aus Mainz und Aachen teil, was den starken Zusammenhalt im organisierten Karneval unterstreicht.
Ankunft und Traditionen in der Hofburg
Nach etwa einer Stunde erreichte der Zug sein Ziel am Heumarkt. Im Dorint Hotel wurden die künftigen Regenten von Hoteldirektor Holger Hess, dem „Herbergsvater“, und Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn in Empfang genommen. Mit der symbolischen Übergabe eines großen Schlüssels wurde die „Belle Etage“ im siebten Stock offiziell zur Residenz des Dreigestirns erklärt.
„Wir haben die Tannenbäume rausgeworfen und einmal durchgewischt. Nun hoffen wir, dass ihr euch wohlfühlt bei dem strammen Programm, das auf euch wartet“, begrüßte Hess die neuen Bewohner. Er bezeichnete die kommende Zeit als „Karnevals-WG“ und merkte an: „Ein wenig Bammel haben wir auch. Denn die Prinzen-Garde ist schließlich keine kleine Hausnummer.“
Die erste Prüfung: Der Fassanstich
Eine traditionelle Aufgabe wartete direkt auf das Trifolium: Jeder sollte ein 10-Liter-Fass Kölsch, ein sogenanntes Pittermännchen, anstechen. Hier zeigten sich deutliche Unterschiede im Talent.
- Jungfrau Aenne: Souverän und ohne Hammer drehte er den Hahn in Sekundenschnelle ins Fass.
- Prinz Niklas I.: Benötigte zahlreiche Hammerschläge, um zum Erfolg zu kommen.
- Bauer Clemens: Hatte Pech und schlug den Zapfhahn entzwei, sodass bei ihm die Gläser leer blieben.
Der gelungene Auftritt der Jungfrau wurde von ihrer Ehefrau Julia kommentiert: „Das hat er schon einige Male gemacht. Es hat auch Vorteile, wenn man vom Dorf kommt.“
Spende für den guten Zweck
Im Rahmen des Einzugs überreichte das Dorint Hotel traditionell einen Spendenscheck. In diesem Jahr beläuft sich die Summe auf 11.111,11 Euro, die einem karitativen Zweck zugutekommen wird, den das Dreigestirn im Laufe der Session bestimmt.
Persönliche Glücksbringer für eine lange Session
Für die bevorstehenden Wochen voller Auftritte und langer Nächte hat jedes Mitglied des Dreigestirns persönliche Gegenstände dabei, die ihnen Kraft und Glück bringen sollen. Diese stammen überwiegend aus dem engsten Familienkreis.
Prinz Niklas I. hat neben seiner Sportausrüstung für wöchentliche Trainingseinheiten auch sehr persönliche Dinge eingepackt. Von seiner Freundin Katrin erhielt er ein gemeinsames Foto und eine Holzbox, um Erinnerungsstücke zu sammeln. Sein wichtigster Glücksbringer ist jedoch ein kleines Sorgenpüppchen mit Pappnase, ein Geschenk von Festkomitee-Vizepräsidentin Christine Flock, das ihn an seine Zeit als Tänzer erinnert.
Bauer Clemens wird während der Session ein besonderes Armband tragen. Seine Frau Lara und Tochter Alba haben es im Urlaub gebastelt und mit den Anfangsbuchstaben der Familie – einschließlich Dackel Sissi – verziert. Ein herzförmiges Kopfkissen mit Familienfotos sorgt zusätzlich für heimatliche Gefühle.
Jungfrau Aenne, bürgerlich Stefan Blatt, trägt ihre Namensgeberin immer bei sich. Ein Foto seiner verstorbenen Großmutter Aenne hat einen festen Platz in der Hofburg. Von seinen Töchtern bekam er eine Stoff-Giraffe namens „Gigi“, und die Familie hat ihm einen Kalender mit persönlichen Fotos für jeden Tag der Session gestaltet.
Die offizielle Proklamation des Dreigestirns, bei der sie ihre Insignien – Pritsche, Stadtschlüssel und Spiegel – erhalten, findet am kommenden Freitag im Gürzenich statt. Mit dem Einzug in die Hofburg ist der Kölner Karneval nun endgültig in seiner heißen Phase angekommen.




