Im südlichen Schwarzwald bietet eine historische Eisenbahn ein besonderes Erlebnis. Die Sauschwänzlebahn, bekannt für ihre kurvenreiche Strecke, fährt mit historischen Dampf- und Dieselloks durch eine beeindruckende Landschaft, die von tiefen Tälern und weiten Ausblicken geprägt ist.
Auf einer Strecke von 25 Kilometern überwindet der Zug 231 Höhenmeter und durchquert dabei zahlreiche Tunnel und Viadukte, was die Fahrt zu einer technischen und landschaftlichen Attraktion macht.
Das Wichtigste in Kürze
- Einzigartige Strecke: Die Sauschwänzlebahn fährt auf 25 Kilometern durch sechs Tunnel und über vier Viadukte.
- Historische Züge: Zum Einsatz kommen restaurierte Dampf- und Diesellokomotiven mit historischen Waggons.
- Namensgebung: Der Name leitet sich von der kurvenreichen Streckenführung ab, insbesondere vom 1.700 Meter langen Kreiskehrtunnel.
- Militärischer Ursprung: Die Bahn wurde ursprünglich aus strategischen Gründen gebaut, um im Kriegsfall Truppen zu transportieren.
Eine Fahrt durch die Ingenieurskunst des 19. Jahrhunderts
Die Reise mit der Sauschwänzlebahn ist mehr als nur eine Zugfahrt; sie ist eine Zeitreise. Die Strecke zwischen Blumberg-Zollhaus und Weizen wurde ursprünglich aus militärischen Gründen gebaut und am 21. Mai 1890 eröffnet. Ihr Zweck war es, eine Route für Truppentransporte zu schaffen, die das neutrale Schweizer Territorium umgeht.
Heute dient die Bahn ausschließlich dem Tourismus und wird als Museumsbahn betrieben. Die Fahrgäste erleben eine authentische Fahrt in Waggons, die oft fast ein Jahrhundert alt sind, gezogen von kraftvollen Dampf- oder Diesellokomotiven.
Der Ursprung des kuriosen Namens
Ihren Namen verdankt die Bahn ihrer ungewöhnlichen Streckenführung. Um den erheblichen Höhenunterschied von 231 Metern im Wutachtal zu überwinden, mussten die Ingenieure die Strecke künstlich verlängern. Dies geschah durch zahlreiche Schleifen und Kehren.
Das markanteste Bauwerk ist der Stockhalde-Kreiskehrtunnel. Mit einer Länge von 1.700 Metern windet sich der Tunnel in einer Spirale durch den Berg und hilft dem Zug, auf kurzer Distanz an Höhe zu gewinnen. Diese Form erinnert an einen geringelten Schweineschwanz und gab der Bahn ihren volkstümlichen Namen.
Die Strecke in Zahlen
- Länge: 25 Kilometer
- Höhenunterschied: 231 Meter
- Tunnel: 6 (darunter ein Kreiskehrtunnel)
- Viadukte: 4
- Haltepunkte: 7 Stationen zwischen Blumberg-Zollhaus und Weizen
Spektakuläre Ausblicke und historische Bauwerke
Während der Fahrt bieten sich den Passagieren immer wieder neue, atemberaubende Perspektiven. Der Zug überquert vier große Viadukte, darunter die imposante Wutachbrücke, die einen weiten Blick in das Tal des Flusses Wutach freigibt.
Die Strecke führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft des Südschwarzwalds. Bei klarem Wetter reicht die Sicht manchmal sogar bis zu den schneebedeckten Gipfeln der Schweizer Alpen. Die langsamen Fahrten ermöglichen es, die Natur in Ruhe zu genießen und Fotos von den historischen Brücken und Tunnelportalen zu machen.
Vom strategischen Projekt zur Touristenattraktion
Die Geschichte der Sauschwänzlebahn ist wechselhaft. Nach ihrem Bau im späten 19. Jahrhundert wurde die Strecke militärisch nie intensiv genutzt. Auch der zivile Betrieb war aufgrund der abgelegenen Lage und der hohen Betriebskosten unwirtschaftlich. In den 1960er und 70er Jahren wurde der reguläre Personenverkehr schrittweise eingestellt.
Doch bereits 1976 gründete sich ein Verein zur Rettung der Strecke. Seit 1977 fährt die Sauschwänzlebahn als Museumsbahn und hat sich zu einem der beliebtesten Ausflugsziele in der Region entwickelt. Was einst ein Verlustgeschäft war, ist heute ein wirtschaftlich erfolgreiches Projekt, das von Eisenbahnfreunden und Touristen getragen wird.
Planung eines Ausflugs mit der Sauschwänzlebahn
Der Betrieb der Museumsbahn ist saisonal. Die Hauptsaison erstreckt sich in der Regel von Anfang Mai bis Ende Oktober. Zusätzlich gibt es an den Wochenenden im Spätherbst und Advent spezielle Themenfahrten, wie die beliebten Nikolausfahrten.
Fahrplan und Tickets
Der genaue Fahrplan, der auch angibt, an welchen Tagen Dampf- und an welchen Dieselloks eingesetzt werden, ist auf der offiziellen Webseite der Bahnbetriebe Blumberg zu finden. Fahrten mit den Dampfloks sind in der Regel etwas teurer, bieten aber ein besonders authentisches Erlebnis.
Es ist wichtig zu wissen, dass reguläre Fahrkarten wie das Deutschlandticket hier keine Gültigkeit haben. Es müssen spezielle Tickets für die Museumsbahn erworben werden. Diese sind für die gesamte Strecke (hin und zurück oder einfache Fahrt) sowie für Teilstrecken erhältlich.
Besondere Erlebnisse und Angebote
Neben den regulären Fahrten bietet die Sauschwänzlebahn auch ein breites Rahmenprogramm an. Dazu gehören:
- Geführte Wanderungen: Entlang des „Sauschwänzle-Wegs“ kann die Strecke auch zu Fuß erkundet werden.
- Kulinarische Touren: Angebote wie Gin-Tasting-Fahrten verbinden die Bahnfahrt mit regionalen Genüssen.
- Veranstaltungen für Familien: Märchentheater-Aufführungen im Zug machen die Fahrt für Kinder zu einem unvergesslichen Erlebnis.
- Private Anlässe: Es besteht die Möglichkeit, Waggons für Betriebsausflüge, Seniorengruppen oder sogar für Hochzeiten zu chartern.
Die Anreise zu den Bahnhöfen, insbesondere zum Startpunkt in Blumberg, ist sowohl mit dem Auto als auch mit dem öffentlichen Nahverkehr möglich. Die Sauschwänzlebahn ist somit nicht nur ein technisches Denkmal, sondern auch ein lebendiges Stück Eisenbahngeschichte, das Besucher aus ganz Deutschland anzieht.




