Fortuna Düsseldorf ergreift besondere Maßnahmen, um die Fitness zweier Schlüsselspieler im Mittelfeld zu sichern. Trainer Markus Anfang hat Satoshi Tanaka und Anouar El Azzouzi zu Beginn der Woche eine gezielte Pause verordnet. Die Gründe dafür sind eine Kombination aus hoher Belastung, fehlender Saisonvorbereitung und den besonderen Herausforderungen des Fastenmonats Ramadan.
Das Herzstück im Mittelfeld braucht eine Pause
Satoshi Tanaka und Anouar El Azzouzi haben sich in diesem Jahr als das gesetzte Duo im zentralen Mittelfeld von Fortuna Düsseldorf etabliert. Mit ihrer enormen Laufleistung und Zweikampfstärke sind sie für die Stabilität der Mannschaft unverzichtbar. Doch diese intensive Spielweise fordert ihren Tribut.
Um einer Überlastung vorzubeugen, hat Trainer Markus Anfang das Trainingspensum für die beiden Profis kurzfristig reduziert. Diese Maßnahme, bekannt als Belastungssteuerung, soll sicherstellen, dass die Spieler langfristig fit und leistungsfähig bleiben, besonders in der entscheidenden Phase der Saison.
Was ist Belastungssteuerung?
Im modernen Profisport ist Belastungssteuerung ein zentrales Element der Trainingsplanung. Dabei wird die physische und psychische Beanspruchung von Athleten genau überwacht und gesteuert. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit zu optimieren und gleichzeitig das Risiko von Verletzungen und Erschöpfungszuständen zu minimieren. Trainer nutzen dafür Daten aus Training und Spiel, um individuelle Pausen und angepasste Einheiten zu planen.
Satoshi Tanakas besondere Herausforderung
Bei Satoshi Tanaka, dem 23-jährigen Neuzugang aus Japan, liegen die Gründe für die verordnete Pause auf der Hand. Der Mittelfeldspieler kam ohne eine klassische Wintervorbereitung nach Düsseldorf, was sich nun bemerkbar macht.
Fehlende Vorbereitung als Hauptgrund
Der japanische Profifußball richtet sich nach dem Kalenderjahr. Tanakas Saison mit seinem vorherigen Verein Sanfrecce Hiroshima endete erst kurz vor seinem Wechsel zur Fortuna. Eine richtige Winterpause mit gezieltem Aufbau für die Rückrunde in Deutschland gab es für ihn nicht.
Trainer Markus Anfang beobachtete die Situation genau. Ihm fiel auf, dass Tanaka gegen Ende der Spiele an Kraft verlor. Die Pause war eine direkte Reaktion darauf.
„Bei Tana hat man schon im Spiel in Darmstadt hinten raus gemerkt, dass er keine Vorbereitung hatte. Körperlich müssen wir da aufpassen, dass er uns nicht kaputtgeht. Deswegen tun ihm zwei Tage Pause mal gut“, erklärte Anfang die Maßnahme gegenüber Journalisten.
Das Trainerteam versucht nun, die fehlende Grundlage durch gezielte Pausen zu kompensieren, damit der Japaner seine wichtige Rolle im Team weiterhin voll ausfüllen kann.
Anouar El Azzouzi: Dauerläufer im Ramadan
Auch bei Anouar El Azzouzi, dem zweiten Teil des Mittelfeld-Motors, gibt es triftige Gründe für eine angepasste Belastung. Der 24-Jährige gehört zu den laufstärksten Spielern der gesamten Liga und steht aktuell vor einer zusätzlichen körperlichen Herausforderung.
Ein Marathon pro Saison
Anouar El Azzouzi hat in der laufenden Saison bereits 261,2 Kilometer auf dem Platz zurückgelegt. Damit belegt er ligaweit den siebten Platz in dieser Statistik. Diese enorme Distanz unterstreicht seine Bedeutung für das Düsseldorfer Spiel, birgt aber auch ein erhöhtes Risiko für muskuläre Probleme.
Fastenzeit als zusätzliche Belastung
Als gläubiger Muslim begeht El Azzouzi den Fastenmonat Ramadan. Dies bedeutet, dass er von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Nahrung und Flüssigkeit verzichtet. Für einen Leistungssportler, dessen Körper auf eine konstante Energiezufuhr angewiesen ist, stellt dies eine erhebliche physische und mentale Prüfung dar.
Der Verein und das Trainerteam sind sich dieser besonderen Situation bewusst. „Bei Anou ist es so, dass er immer wieder mit der Muskulatur im Oberschenkel zu tun hat“, so Anfang. „Hinzu kommt dann noch die Fastenzeit für ihn. Da haben wir dann auch überlegt, ob wir es unbedingt machen müssen oder wir ihm ein bisschen Luft geben.“
Die Entscheidung, ihm ebenfalls eine Pause zu gönnen, war daher eine logische Konsequenz, um seinen Körper zu schützen und seine Leistungsfähigkeit zu erhalten.
Emotionale Rückkehr und voller Fokus auf Nürnberg
Die trainingsfreie Zeit nutzten die Spieler auf unterschiedliche Weise. Während Tanaka sich auf die Regeneration konzentrierte, reiste Anouar El Azzouzi in die Niederlande. Er besuchte seinen ehemaligen Verein PEC Zwolle, um sich dort offiziell von den Fans und dem Klub zu verabschieden.
Vor der Partie des niederländischen Erstligisten gegen Ajax Amsterdam wurde er auf dem Spielfeld mit einem Blumenstrauß geehrt. Auf Instagram teilte er seine Emotionen: „Es tat gut, nach Hause zu kommen. Ich möchte mich bei allen innerhalb des Vereins, den Fans und allen Beteiligten für die schöne gemeinsame Zeit bedanken.“
Trotz der Pause und der emotionalen Reise steht einem Einsatz beider Spieler am kommenden Samstag gegen den 1. FC Nürnberg nichts im Wege. Die Verantwortlichen bei Fortuna Düsseldorf sind zuversichtlich, dass Tanaka und El Azzouzi mit neuer Energie ins Spiel gehen und wieder die gewohnten Kilometer für den Erfolg der Mannschaft abspulen werden.




