Pünktlich um 11:11 Uhr hat in Köln die neue Karnevalssession begonnen. Bei strahlendem Sonnenschein und milden Temperaturen füllten sich die Feierzonen in der Innenstadt bereits am frühen Morgen. Der Andrang war so groß, dass die Zugänge zum Zülpicher Viertel und zum Heumarkt noch vor dem offiziellen Startschuss wegen Überfüllung geschlossen werden mussten.
Für den neuen Oberbürgermeister Torsten Burmester war es die erste Sessionseröffnung im Amt. Mehr als 1.000 Polizeikräfte sind im Einsatz, um die Sicherheit in der gesamten Stadt zu gewährleisten.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Karnevalssession 2025/2026 wurde um 11:11 Uhr in Köln offiziell eröffnet.
- Die zentralen Feierorte Heumarkt und Zülpicher Viertel waren bereits am Vormittag überfüllt und mussten für weitere Besucher gesperrt werden.
- Bei sonnigem Herbstwetter mit bis zu 15 Grad feierten Zehntausende Jecken in der gesamten Innenstadt.
- Ein Großaufgebot von über 1.000 Polizisten sichert die Veranstaltung, wobei strenge Verbote für Glas, Messer und Drohnen gelten.
Ausnahmezustand in den Feierzonen
Die Kölner Innenstadt verwandelte sich am Dienstagmorgen in ein buntes Meer aus Kostümen und Konfetti. Insbesondere das Zülpicher Viertel, ein traditioneller Anziehungspunkt für junge Feiernde, erlebte einen enormen Zustrom. Bereits gegen 10 Uhr morgens war die Zülpicher Straße so gefüllt wie selten zuvor.
Die Behörden reagierten schnell auf die hohe Auslastung. Kurz vor 11:30 Uhr teilte die Stadt mit, dass alle Zugänge zum sogenannten Kwartier Latäng bis auf Weiteres gesperrt seien. Reporter vor Ort beschrieben die Lage als „extrem voll“. Auch am Heumarkt, dem Schauplatz der offiziellen Eröffnungsfeier, wurden die Eingänge frühzeitig geschlossen, um die Sicherheit der Anwesenden zu gewährleisten. Der benachbarte Alter Markt blieb zunächst noch zugänglich.
Die enorme Menschenmenge hatte auch erste Konsequenzen. Noch vor dem Countdown um 11:11 Uhr mussten Sanitäter mit einer Trage durch die dichten Reihen auf der Zülpicher Straße vordringen. Für einige Feiernde endete der Tag aufgrund des hohen Alkoholkonsums bereits am Vormittag.
Strenge Sicherheitsvorkehrungen in der ganzen Stadt
Die Sicherheit der Feiernden hat für die Stadt Köln und die Polizei oberste Priorität. Mehr als 1.000 Beamtinnen und Beamten sind im Einsatz, um einen friedlichen Ablauf zu garantieren. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Kontrolle von Verboten.
Verbotszonen und Regeln
In den abgesperrten Bereichen rund um die Zülpicher Straße und in der Altstadt gilt ein striktes Glasverbot. Zudem kontrolliert die Polizei das Mitführen von Messern und Waffenattrappen. Bei Verstößen drohen Bußgelder und Strafanzeigen. Auch der Betrieb von Drohnen ist im gesamten Innenstadtbereich untersagt.
Ein besonderes Augenmerk gilt dem Schutz der Synagoge in der Roonstraße, die sich in unmittelbarer Nähe zum Zülpicher Viertel befindet. Das Gebäude wurde weiträumig abgesperrt und wird von zahlreichen Sicherheitskräften geschützt.
Ein neuer Oberbürgermeister und kölsche Tradition
Für Kölns neuen Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) war der 11.11. eine besondere Premiere. Nur zehn Tage nach seinem Amtsantritt empfing er am Morgen das designierte Dreigestirn sowie das Kinderdreigestirn im historischen Rathaus. Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, überreichte ihm die offizielle Festkomitee-Mütze und den Sessionsorden.
„Ich freue mich wirklich sehr, dass ich in meinen ersten zehn Tagen eine der schönsten Pflichten erfüllen kann. Lasst uns feiern! Aber lasst uns auch erinnern: Jeder kann etwas tun. Für unsere Stadt. Für andere“, appellierte Burmester an die Kölnerinnen und Kölner.
Anschließend begab sich der Oberbürgermeister zur großen Bühne am Heumarkt. Dort zählte er gemeinsam mit dem Dreigestirn und Tausenden von Jecken den Countdown bis 11:11 Uhr herunter und sang bei strahlendem Sonnenschein die ersten Karnevalslieder der neuen Session mit.
Feiern in der ganzen Stadt
Während sich die Massen im Zülpicher Viertel und am Heumarkt drängten, wurde auch in anderen Teilen Kölns ausgelassen gefeiert. In der Südstadt bildeten sich schon um 7:30 Uhr morgens lange Schlangen vor den Traditionskneipen wie der „Ubierschänke“ oder dem „Chlodwigeck“. Hier gilt traditionell: Wer zuerst kommt, feiert drinnen.
Am Chlodwigplatz versammelten sich ebenfalls zahlreiche Karnevalisten, um unter freiem Himmel und bei bester Laune mit mitgebrachten Musikboxen in die „fünfte Jahreszeit“ zu starten. Die Ausweichfläche auf der Uniwiese wurde hingegen, wie von der Stadt geplant, kaum zum Verweilen genutzt. Ohne Musik und Verkaufsstände diente sie vor allem als Transitweg und Standort für zahlreiche mobile Toiletten.
Verkehrschaos und Umleitungen
Der Sessionsauftakt führte zu erheblichen Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr. Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) mussten mehrere Linien umleiten. Die Linie 9 wurde bereits am frühen Morgen über die Aachener Straße umgeleitet, da die Zülpicher Straße für den Bahnverkehr gesperrt wurde. Auch die Linien 12 und 15 fuhren die Haltestelle Zülpicher Platz nicht mehr an. Im Autoverkehr kam es rund um die Innenstadt zu langen Staus.
Auch der 1. FC Köln stimmte sich auf den Karneval ein. Trainer Lukas Kwasniok und viele Spieler erschienen verkleidet zum Training und sendeten eine Videobotschaft an die Fans: „Lasst es krachen, genießt den heutigen Tag. Wir versprechen euch eins: Heute lassen wir die Sau raus.“




