Die Stadt Köln hat ihre Kontrollen von Mietwagen, die oft über Apps wie Uber und Bolt gebucht werden, deutlich verschärft. Eine enge Zusammenarbeit mit den Vermittlungsplattformen und verstärkte Präsenz auf den Straßen führten zur Aufdeckung hunderter Verstöße und leiten eine neue Phase der Regulierung in der Branche ein.
Im Jahr 2025 wurden bei 730 Fahrzeugkontrollen insgesamt 304 Verstöße festgestellt. Die Maßnahmen zielen darauf ab, für mehr Ordnung und Sicherheit im wachsenden Markt der Fahrdienstleistungen zu sorgen und illegale Praktiken zu unterbinden.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Stadt Köln intensiviert die Kontrollen von Mietwagen in Zusammenarbeit mit Uber und Bolt.
- Ein Datenabgleich im November 2025 überprüfte fast 1.600 Fahrzeuge und führte zur Korrektur zahlreicher Datensätze.
- Bei Straßenkontrollen wurde bei fast jedem zweiten überprüften Fahrzeug ein Verstoß festgestellt, häufig gegen die Rückkehrpflicht.
- Für 2026 sind weitere Schwerpunktaktionen geplant, auch unter Beteiligung von Polizei und Zoll.
Verstärkte Zusammenarbeit mit Plattformen zeigt Wirkung
Ein zentraler Baustein der neuen Strategie ist der direkte Datenabgleich zwischen der Stadtverwaltung und den großen Vermittlungsdiensten Uber und Bolt. Diese Kooperation ermöglicht es den Behörden, die Zulassungen und Genehmigungen der auf den Plattformen aktiven Fahrzeuge systematisch zu überprüfen.
Bei einer umfassenden Überprüfung am 1. November 2025 wurden die Daten von 1.598 Fahrzeugen abgeglichen. Das Ergebnis zeigt, dass die große Mehrheit der Fahrer und Unternehmen korrekt registriert ist. Dennoch mussten in 57 Fällen Angaben korrigiert werden, was meist auf formale oder technische Fehler zurückzuführen war.
In acht Fällen bestanden Unklarheiten, die zur vorläufigen Sperrung der Fahrzeuge auf den Plattformen führten. Die gute Nachricht: Unternehmen mit gefälschten Genehmigungen, die in der Vergangenheit ein Problem darstellten, wurden bei diesem Abgleich nicht gefunden. Über das gesamte Jahr 2025 hinweg wurden rund 140 Fahrzeuge von den Plattformen entfernt.
Zukunft der Kooperation
Aufgrund der positiven Ergebnisse haben die Stadt Köln und die Vermittlungsdienste vereinbart, die Zusammenarbeit fortzusetzen. Ein jährlicher Datenabgleich ist auch für 2026 fest eingeplant. Um Schlupflöcher zu schließen, sollen zukünftig auch verstärkt Kommunen aus dem Kölner Umland in den Prozess eingebunden werden.
Hoher Kontrolldruck auf den Straßen
Neben der digitalen Überprüfung hat das Ordnungsamt auch die physischen Kontrollen im Stadtgebiet massiv erhöht. Dies betrifft sowohl die Fahrzeuge im Einsatz als auch die Betriebssitze der Unternehmen.
Kontrollen im Überblick (2025)
- 730 Fahrzeugkontrollen auf der Straße durchgeführt
- 304 Verstöße dabei festgestellt
- 185 Betriebssitze überprüft (mehr als die Hälfte aller Unternehmen)
- 366 Bußgeldverfahren insgesamt eingeleitet
Die Zahlen verdeutlichen die hohe Trefferquote der Kontrolleure. Insbesondere die sogenannte Rückkehrpflicht, die vorschreibt, dass Mietwagen nach jeder Fahrt zu ihrem Betriebssitz zurückkehren müssen, wird häufig missachtet. Dieser Verstoß macht einen erheblichen Teil der Beanstandungen aus.
„Die konsequenten Kontrollen sind notwendig, um faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und die Sicherheit der Fahrgäste zu gewährleisten. Die Ergebnisse zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, den Markt nachhaltig zu ordnen.“
Bei einer großangelegten Schwerpunktkontrolle Ende November wurden die Probleme nochmals deutlich: Von 168 überprüften Mietwagen wurden 98 beanstandet. Allein 50 dieser Fälle betrafen Verstöße gegen die Rückkehrpflicht.
Struktur des Kölner Mietwagenmarktes
Der Markt für Fahrdienstleistungen in Köln ist in Bewegung. Während die Zahl der klassischen Taxikonzessionen leicht rückläufig ist, ist die Zahl der Genehmigungen für Mietwagen leicht angestiegen. Anfang 2025 gab es 1.601 Erlaubnisse, inzwischen sind es 1.614.
Taxi vs. Mietwagen: Der Unterschied
Im Gegensatz zu Taxis dürfen Mietwagen nicht auf der Straße auf Fahrgäste warten oder herangewunken werden. Sie müssen nach jeder Fahrt zu ihrem eingetragenen Betriebssitz zurückkehren, sofern kein Folgeauftrag vorliegt. Diese Regelung soll den unlauteren Wettbewerb mit dem Taxigewerbe verhindern.
Aktuell sind in Köln 328 Mietwagen-Unternehmen registriert. Die überwiegende Mehrheit der Fahrten wird über die digitalen Plattformen von Uber und Bolt vermittelt. Daneben existieren spezialisierte Anbieter, die beispielsweise Krankenfahrten durchführen.
Maßnahmen gegen Scheinfirmen
Ein besonderes Augenmerk legten die Behörden auf die Überprüfung der gemeldeten Betriebssitze. Von den 185 im Jahr 2025 kontrollierten Standorten fehlte in fünf Fällen ein ordnungsgemäßer Firmensitz. Gegen diese Unternehmen wurden Widerrufsverfahren eingeleitet, um ihnen die Lizenz zu entziehen.
Ausblick auf 2026: Weitere Verschärfungen geplant
Die Stadt Köln plant, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. Für das Jahr 2026 sind bereits weitere Schwerpunktaktionen angekündigt. Diese sollen in Zusammenarbeit mit der Polizei und dem Zoll durchgeführt werden, um eine noch umfassendere Kontrolle zu gewährleisten.
Die Kombination aus digitalem Datenabgleich und verstärkten Straßenkontrollen hat sich als wirksames Instrument erwiesen, um den Mietwagenmarkt in Köln transparenter und sicherer zu machen. Fahrgäste können somit auf eine bessere Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften vertrauen.




