Nach dem gewaltsamen Tod des 14-jährigen Yosef in Dormagen haben Polizei und Staatsanwaltschaft einen entscheidenden Ermittlungserfolg gemeldet. Eine dringend tatverdächtige Person wurde identifiziert – es handelt sich um ein Kind. Die Stadt und die Gemeinschaft stehen unter Schock, während die Ermittlungen andauern.
Der Junge, der seit 2018 in Dormagen lebte, war Ende Januar von einem Spaziergänger leblos an einem See gefunden worden. Eine Obduktion bestätigte später, dass er durch Stich- und Schnittverletzungen ums Leben kam. Die Nachricht von der Festnahme eines Kindes hat die Betroffenheit in der Region weiter verstärkt.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Kind steht im Verdacht, den 14-jährigen Yosef in Dormagen getötet zu haben.
- Die Behörden geben aus Gründen des Jugendschutzes keine Details zur Identität des verdächtigen Kindes bekannt.
- Yosef starb an Stich- und Schnittverletzungen und wurde an einem See gefunden.
- Die Stadt Dormagen und die lokale Gemeinschaft zeigen sich tief bestürzt und planen eine öffentliche Trauerfeier.
Ermittlungsdurchbruch im Fall Yosef
Am Donnerstagvormittag gaben die Polizei und die Staatsanwaltschaft bekannt, dass im Fall des getöteten 14-jährigen Yosef eine tatverdächtige Person ermittelt wurde. In einer gemeinsamen Erklärung teilten die Behörden mit, dass es sich bei der Person um ein Kind handelt.
Aufgrund des Alters des Verdächtigen werden jedoch kaum weitere Informationen veröffentlicht. „Aus diesem Grund sowie aus Gründen des Persönlichkeits- und Jugendschutzes geben die Staatsanwaltschaft und die Polizei keine weiteren Auskünfte zu der Person oder zu den konkreten Umständen der Tat“, heißt es in der offiziellen Mitteilung. Angaben zu Alter, Geschlecht oder einem möglichen Motiv bleiben daher vorerst unter Verschluss.
Rechtlicher Hintergrund: Wer gilt als Kind?
Nach deutschem Strafrecht gelten Personen unter 14 Jahren als Kinder und sind damit strafunmündig. Das bedeutet, sie können für eine Straftat nicht juristisch belangt werden. Stattdessen werden in solchen Fällen das Jugendamt und Familiengerichte eingeschaltet, um Maßnahmen zum Schutz und zur Erziehung des Kindes zu ergreifen.
Unbestätigten Berichten zufolge soll es sich bei dem tatverdächtigen Kind um einen 12-jährigen Jungen mit deutscher Staatsangehörigkeit handeln. Die Ermittlungsbehörden haben diese Information bisher weder bestätigt noch dementiert. Die Mordkommission „Waldsee“ führt die weiteren Untersuchungen, um die genauen Hintergründe der Tat aufzuklären.
Ein gut integrierter Junge wird aus dem Leben gerissen
Der Tod von Yosef hat in Dormagen eine Welle der Trauer und Bestürzung ausgelöst. Der 14-Jährige, der ursprünglich aus Eritrea stammte, lebte seit 2018 in einer städtischen Unterkunft. Nach Angaben der Stadtverwaltung war er fest in die Gemeinschaft integriert.
Er besuchte eine städtische Schule und war ein engagiertes Mitglied im Fußballverein FC Delhoven. Sein plötzlicher und gewaltsamer Tod hinterlässt eine große Lücke. Nachdem er als vermisst gemeldet wurde, fand ein Spaziergänger seine Leiche an einem See südlich von Düsseldorf. Die Ermittler setzten eine Belohnung von 10.000 Euro für Hinweise aus, die zur Aufklärung der Tat führen.
Chronologie des Falles
- Ende Januar 2026: Der 14-jährige Yosef wird als vermisst gemeldet.
- Kurz darauf: Seine Leiche wird an einem See in Dormagen gefunden.
- Nach der Obduktion: Die Todesursache wird als Stich- und Schnittverletzungen bestätigt; eine Mordkommission wird eingerichtet.
- 05. Februar 2026: Polizei und Staatsanwaltschaft geben bekannt, dass ein Kind dringend tatverdächtig ist.
Eine Stadt trauert gemeinsam
Die Anteilnahme in der Bevölkerung ist überwältigend. Am vergangenen Wochenende nahmen rund 2.000 Menschen an einem Trauerzug teil, um Yosef zu gedenken und ihre Solidarität mit seiner Familie auszudrücken. Die Stadt Dormagen zeigte sich zutiefst betroffen von der Tat.
Bürgermeister Erik Lierenfeld wird bei einer öffentlichen Trauerfeier sprechen, die für den 6. Februar auf dem Sportgelände des FC Delhoven geplant ist. Yosef war hier als Fußballer aktiv und bei seinen Mannschaftskameraden beliebt.
„Eine Welt ist zerbrochen“, äußerten sich Angehörige und enge Begleiter erschüttert über den Verlust. Die öffentliche Trauerfeier soll allen Menschen die Möglichkeit geben, sich von Yosef zu verabschieden.
Die Veranstaltung wird neben der Rede des Bürgermeisters auch Musikstücke und Wortbeiträge von Freunden und Wegbegleitern umfassen. Es ist ein Versuch der Gemeinschaft, den Schock gemeinsam zu verarbeiten und ein Zeichen des Zusammenhalts zu setzen, während die Frage nach dem „Warum“ weiter unbeantwortet bleibt.




