Vor dem Spiel des 1. FC Köln gegen den VfB Stuttgart sorgte eine Personalie für Diskussionen: Stürmer Said El Mala saß überraschend nur auf der Bank. Bei Sky analysierten Trainer Lukas Kwasniok und Experte Lothar Matthäus die Entscheidung und legten den Finger in die Wunde – die mangelnde Chancenverwertung des gesamten Teams.
Das Wichtigste in Kürze
- Trainer Lukas Kwasniok ließ Stürmer Said El Mala gegen Stuttgart zunächst auf der Bank.
- Sky-Experte Lothar Matthäus zeigte Verständnis und kritisierte die allgemeine Chancenverwertung des FC.
- Kwasniok begründete die Entscheidung mit taktischen Überlegungen für die Schlussphase des Spiels.
- Beide sind sich einig: Mit mehr Toren hätte der FC keine Abstiegssorgen.
Überraschung in der Kölner Startelf
Am Karnevalssamstag blickten die Fans des 1. FC Köln gespannt auf die Aufstellung für das wichtige Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart. Trainer Lukas Kwasniok entschied sich für eine Veränderung in der Offensive und ließ den jungen Stürmer Said El Mala, der zuletzt oft ein Aktivposten war, zunächst draußen. Stattdessen vertraute er auf das Trio Ragnar Ache, Marius Bülter und Jakub Kaminski.
Diese Entscheidung wurde unmittelbar vor dem Anpfiff zum zentralen Thema in der Live-Übertragung von Sky. Insbesondere die Frage, warum ein zuletzt so präsenter Spieler in einer entscheidenden Phase der Saison eine Pause erhält, beschäftigte die Expertenrunde.
Matthäus mit klarer Analyse
Rekordnationalspieler und Sky-Experte Lothar Matthäus äußerte direkt sein Verständnis für die Maßnahme des Kölner Trainers. Er verwies auf das vorangegangene Spiel gegen Leipzig, in dem El Mala zu Beginn zwei große Möglichkeiten ungenutzt ließ und der FC am Ende verlor.
„Ich kann Kwasniok verstehen, dass er ihn das ein oder andere Mal draußenlässt. Der Junge ist vielleicht noch nicht so weit, jedes Mal von Anfang an zu spielen“, erklärte Matthäus. Er betonte, dass der FC über schnelle Offensivspieler verfüge, denen der Trainer in Stuttgart nun das Vertrauen schenkte.
Das Kernproblem: Chancenverwertung
Lothar Matthäus' Kritik zielte nicht nur auf El Mala, sondern auf die gesamte Mannschaft ab. Seiner Meinung nach ist die mangelnde Effizienz vor dem Tor der Hauptgrund für die prekäre Tabellensituation des Vereins.
Matthäus wurde in seiner Analyse noch deutlicher und sprach das grundlegende Problem des 1. FC Köln in dieser Saison an.
„Wenn man die Chancen besser genutzt hätte, hätte man wahrscheinlich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun. So ist man noch dabei. Vier Punkte Abstand sind nicht beruhigend.“
Er lobte zwar die Energie, die Trainer Kwasniok dem Team verleiht, fügte aber an: „So spielen sie ja auch. Aber es könnte erfolgreicher sein, wenn sie die Chancen nutzen.“
Kwasnioks taktischer Plan mit El Mala
Im direkten Gespräch mit Matthäus stimmte Lukas Kwasniok den Ausführungen des Experten vollumfänglich zu. „Ich habe die Ausführungen von Lothar gehört, absolut richtig“, bestätigte der FC-Coach und lieferte anschließend seine strategische Begründung für die Personalentscheidung.
Ein „Joker“ für die Schlussphase
Kwasniok erklärte, dass El Mala bereits viele Spiele von Beginn an absolviert habe. Sein Plan für die Partie in Stuttgart sah eine andere Rolle für den jungen Angreifer vor.
„Jetzt kommt er von der Bank, weil ich glaube, dass wir seine Aktionen hintenraus benötigen werden“, so der Trainer. Er hob die besonderen Fähigkeiten El Malas im Eins-gegen-Eins hervor, die gegen einen müder werdenden Gegner besonders wirkungsvoll sein können.
Strategisches Dilemma
Kwasniok beschrieb das Problem, das sich aus den vergebenen Chancen in der Vorwoche ergab: „Problem ist natürlich: Wenn sie nicht reingehen, habe ich für El Mala keinen Spieler, der einen etwas müder werdenden Gegner im Eins-gegen-Eins verwunden kann.“ Die Entscheidung war also auch eine Reaktion auf die fehlende Tiefe im Kader für diese spezielle Rolle.
Einigkeit im Abstiegskampf
Trotz der kritischen Analyse der sportlichen Situation zeigte sich Kwasniok optimistisch, was die Moral seiner Mannschaft betrifft. „Ich habe immer das Gefühl, dass die Mannschaft in der Kabine sitzt und denkt: Wir können heute gewinnen. Solange das der Fall ist, ist es gut“, betonte er die positive Grundstimmung im Team.
Auch die Einschätzung zur aktuellen Tabellenlage teilten Trainer und Experte. Auf die Feststellung von Matthäus, dass wohl jeder Fan den aktuellen Tabellenplatz am Ende der Saison unterschreiben würde, antwortete Kwasniok lachend: „Ich auch.“ Dies unterstreicht den Druck und die realistische Zielsetzung im Kölner Abstiegskampf: Der Klassenerhalt steht über allem.
Die öffentliche Diskussion macht deutlich, wo der 1. FC Köln ansetzen muss. Die Energie und der Spielwitz sind vorhanden, doch um die Saison erfolgreich zu beenden, muss die Mannschaft dringend ihre Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor wiederfinden.




