Seit über einer Woche findet an der Gemeinschaftsgrundschule Kopernikusstraße in Köln-Buchforst kein regulärer Unterricht statt. Eine defekte Heizungsanlage hat die Klassenzimmer in Kühlräume verwandelt und zwingt 370 Schülerinnen und Schüler ins Homeschooling. Die Situation belastet nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern und das Lehrpersonal erheblich.
Das Wichtigste in Kürze
- An der GGS Kopernikusstraße ist die Heizung seit dem Wochenende vor Karneval komplett ausgefallen.
- Die Temperaturen in den Klassenräumen liegen bei nur 13 Grad Celsius, in Büros sogar bei 9 Grad.
- Rund 370 Kinder sind betroffen; der Präsenzunterricht wurde ausgesetzt und durch eine Notbetreuung ersetzt.
- Ursache ist ein Wasserschaden an der Steuerelektronik der Heizanlage, nicht die Heizkessel selbst.
- Die Stadt Köln plant die Reparatur für Freitag, der Schulbetrieb soll am Montag wieder starten.
Unterricht bei 13 Grad unmöglich
Die Zustände in der Grundschule sind für den Lehrbetrieb unzumutbar. Messungen ergaben Temperaturen von nur 13 Grad in den Klassenzimmern und frostige 9 Grad in den Verwaltungsräumen. Aufgrund der Kälte musste die Schulleitung den Präsenzunterricht bereits am 11. Februar einstellen.
Für die Schülerinnen und Schüler bedeutet dies eine Rückkehr zum Distanzlernen. Eine Notbetreuung wurde zwar eingerichtet, doch auch hier ist die Situation angespannt. "Die dafür genutzten Räume werden mit mobilen Heizgeräten beheizt", erklärt Schulleiterin Katrin Arnsfeld. Dies sei jedoch nur eine Übergangslösung.
Karnevalsfeier fiel ins Wasser
Der Ausfall der Heizung kam zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Die geplanten Karnevalsfeiern, ein Höhepunkt im Schuljahr für die Kinder, mussten kurzfristig abgesagt werden. Dies sorgte für große Enttäuschung bei den Schülern, die sich wochenlang auf die Feierlichkeiten vorbereitet hatten.
Zahlen zum Heizungsausfall
- 370 betroffene Schülerinnen und Schüler
- 13 °C in den Klassenzimmern
- 9 °C in den Büroräumen
- Seit 11. Februar kein regulärer Unterricht
Eltern kritisieren langjährige Probleme und mangelnde Kommunikation
Für viele Eltern ist der aktuelle Vorfall nur die Spitze des Eisbergs. Katharina Höffer, die Vorsitzende der Schulpflegschaft, berichtet von wiederkehrenden Problemen mit der Heizanlage. "Das Heizungsproblem besteht seit vielen Jahren, so schlimm wie in diesem Jahr war es jedoch noch nie", so Höffer, deren achtjähriger Sohn die zweite Klasse besucht.
Besonders die Kommunikation seitens der Stadtverwaltung stößt auf scharfe Kritik. Höffer bemängelt, dass Informationen nur spärlich und verspätet geflossen seien.
"Niemand wurde rechtzeitig informiert! Und das Problem wird seit Jahren nicht richtig angegangen."
Die Belastung für die Familien ist enorm. Erneut müssen Eltern kurzfristig die Betreuung ihrer Kinder organisieren und den Spagat zwischen Beruf und Homeschooling meistern.
Hintergrund: Die Ursache des Defekts
Entgegen erster Vermutungen liegt der Fehler nicht bei den beiden Gaskesseln der Schule. Einer dieser Kessel wurde erst vor fünf Monaten erneuert, der andere vor fünf Jahren. Laut Angaben der Stadtverwaltung führte eine undichte Leitung am Wochenende vor Karneval zu einem Wassereinbruch in der zentralen Steuereinheit. Diese Elektronik, die beide Kessel regelt, wurde dadurch außer Gefecht gesetzt.
Stadt Köln verspricht schnelle Reparatur
Die Stadtverwaltung bestätigte den Ausfall und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten. Eine Sprecherin erklärte: "Die Heizung in der GGS Kopernikusstraße ist ausgefallen, weshalb dort aktuell kein Präsenzunterricht stattfinden kann."
Verzögerungen bei der Reparatur seien durch Lieferschwierigkeiten bei den benötigten Ersatzteilen entstanden. Ursprünglich sollten die Teile bereits am 13. Februar verbaut werden, trafen aber nicht rechtzeitig ein.
Nun gibt es jedoch einen konkreten Zeitplan. Die Reparatur der Steuerelektronik ist für diesen Freitag angesetzt. Die Stadt versichert, dass die Heizung danach wieder voll funktionsfähig sein wird.
Hoffnung auf Normalität ab Montag
Die Schulgemeinschaft blickt nun hoffnungsvoll auf die kommende Woche. Schulleiterin Katrin Arnsfeld zeigt sich zuversichtlich: "Nach aktuellem Stand gehen wir davon aus, dass der reguläre Schulbetrieb ab dem kommenden Montag wieder aufgenommen werden kann."
Für die 370 Kinder und ihre Familien wäre es eine Rückkehr zu einem geregelten Alltag – und zu warmen Klassenzimmern.

